Rauchverbot
Bürger wollen den Wirt entscheiden lassen
NEUSS. Der Wirt soll doch selbst entscheiden können, ob er eine Raucherkneipe einrichten will oder nicht. Das fanden zumindest fast drei Viertel der befragten Bürger Nordrhein-Westfalens in einer repräsentativen Forsa-Umfrage.
Eine Mehrheit von 51 Prozent sprach sich zudem dafür aus, die der jetzigen Nichtraucherschutz-Regelungen in Nordrhein-Westfalen beizubehalten. Lediglich 47 Prozent der Befragten fordern ein absolutes Rauchverbot, wie es Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen) vorschwebt. 65 Prozent der Befragten glauben schließlich, dass sich ein absolutes Rauchverbot existenzbedrohend auf Kneipen auswirken würde.
Die Studie hat der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben. Der Verband sieht sich nun in seiner Argumentation bestätigt. „Wir fühlen uns in unserer Meinung bestätigt, dass der Wirt in seiner unternehmerischen Freiheit entscheiden können soll, wie er mit einem Rauchverbot umgeht. Es ist spannend zu sehen, dass viele Bürgerinnen und Bürger, die ein absolutes Rauchverbot bevorzugen, trotzdem den Wirt entscheiden lassen möchten“, hält Olaf Offers, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen, fest. „Viele haben anscheinend keine Lust mehr auf einen Staat, der in alle Bereiche des Lebens hineinregelt. Ich hoffe, dass das der neue Landtag und die Regierung nach der Wahl im Mai nicht vergessen.“
Der DEHOGA sieht den Nichtraucherschutz in Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg. „Über 80 Prozent unserer Betriebe unterbreiten mittlerweile rauchfreie Angebote, Raucherclubs gibt es faktisch nicht mehr“, sagt Präsident Offers. Wenn wir den Minderjährigenschutz straffen und die Deklarierungen im Eingangsbereich von Restaurants und Gaststätten deutlicher gestalten, haben wir das, was die meisten möchten: eine faire Lösung für fast alle, fast überall“. red/rk

