Recht & Steuern

Buffet bliebt Buffet: Auch wenn es hochwertig daherkommt, kann es nicht als Galadinner gelten

© Serghei Starus/Colourbox.de

Recht

Buffet ist kein Galadinner

11. Januar 2016

MÜNCHEN/DUBAI. Unter einem „Galadinner“ kann nur ein mehrgängiges Menü, das im festlichen Rahmen mit Bedienung serviert wird, verstanden werden. Das gilt zumindest, wenn es sich um eine hochwertige Leistung handeln soll, die mehrere Hundert Euro pro Person kostet. Das hat das Amtgericht München nun in einem aktuellen Fall entschieden.

Ein Ehepaar aus Berlin hatte geklagt, weil es bei einem Münchner für die Zeit vom 10. Dezember bis 27. Dezember 2013 eine Flugpauschalreise nach Dubai für 3196 Euro gebucht hatte. Im Reiseprospekt des Veranstalters war darauf hingewiesen worden, dass an Weihnachten für ein obligatorisch zu buchendes Galadinner ein „Festzuschlag“ von 350 Euro pro Person zu zahlen sei. Das Ehepaar hatte den Reisepreis inklusives dieses Zuschlags vor Reiseantritt komplett bezahlt.

Vor Ort wurde ihnen jedoch mitgeteilt, dass an Heiligabend lediglich ein Dinner-Büffet angeboten werde. Sie nahmen daran teil, mussten jedoch knapp 400 Euro dafür zahlen (185 Euro für das , den Rest für Getränke). Die Kläger fordern von dem Reiseveranstalter den bezahlten Zuschlag in Höhe von 700 Euro zurück und verlangen für das fehlende Galadinner eine Reisepreisminderung von insgesamt 600 Euro.

Der Reiseveranstalter weigerte sich zu zahlen. Er war der Meinung, dass die geschuldete Reiseleistung erbracht worden ist. Das Festtagsdinner habe aus einem umfangreichen Buffet im festlichen Rahmen bestanden und sei nur versehentlich zusätzlich berechnet worden. Der Veranstalter sei bereit gewesen, den Anteil des gezahlten Betrags, der auf das Buffet entfalle zu erstatten, die Kläger hätten jedoch die Kreditkartendaten nicht mitgeteilt.

Das Ehepaar erhob Klage vor dem AmtsgerichtUnterstes Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Deutschland.
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München. Dieses verurteilte den Reiseveranstalter zur Zahlung von 1179,40 Euro – weit mehr als die 700 Euro, die das Paar für das nicht stattgefundene Galadinner bezahlt hatte. Denn das Gericht ist der Auffassung, dass das fehlende Galadinner negative Auswirkungen auf die Gesamtreise hatte. Es sei nachvollziehbar, dass die Kläger bei einer Reise über Weihnachten gerade den Heiligabend in besonderer Atmosphäre verbringen wollten. Das Gericht sieht in der Vereitelung eines solchen „Highlights“ einen Mangel der Reise und eine Minderung in Höhe von 15 Prozent bezogen auf den Gesamtreisepreis als angemessen an, was einem Betrag von 479,40 Euro entspricht. red/rk


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