AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Marktdaten

Kein Grün-Gelb-Rot am Restauranteingang: Die Ampel-Idee ist passé

Colourbox

Branchenpolitik

Die Hygiene-Ampel kommt nicht

16. Juli 2012
von

BERLIN. Die bundesweite ist vom Tisch. Das hat das Bundesverbraucherschutzministerium mitgeteilt. Im Mai vergangenen Jahres hatten die Verbraucherschutzminister der Länder (die einzige Gegenstimme kam aus Bayern) beschlossen, eine bundesweit einheitliche Veröffentlichung der Hygienestandards in Gastronomiebetrieben einführen zu wollen.

Gute Argumente

Dass dies der falsche Weg ist, um die unverzichtbaren Hygiene-Standards zu gewährleisten, hatten Branchenvertreter und DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...
sofort moniert:

Die öffentliche Anprangerung des Gastwirts, der in daurch seiner Existenz bedroht ist, die fehlendende Möglichkeit zur schnellen Nachkontrolle, um ein möglicherweise schlechtes Ergebnis korrigieren zu können, der eklatante Mangel an Lebensmittelkontrolleuren, die Benachteiligung der Gastronomie, bei der mit der Einführung des Hygienebarometers begonnen werden sollte, obwohl die jüngsten Lebensmittelskandale woanders ihren Ursprung hatten, all das waren Argumente, die letztlich gewirkt haben. Nicht zuletzt bei den Wirtschaftsministern der Länder, die sich gegen die Einführung der Ampel ausgesprochen haben.

Chef des Bayern stellt klar: Gegen das Hygiene-Barometer zu sein, heißt nicht gegen zu sein - das Hygiene-Barometer ist nur der falsche Weg zum richtigen Ziel."

Man stehe für Prävention statt Repression. Zudem sei nicht nachzuvollziehen, inwiefern ein roter Farbbalken vor einem Schmuddelbetrieb ein Mehr an Verbraucherschutz bedeuten soll, als die bereits heute mögliche und auch praktizierte sofortige Schließung dieses Hauses.

Veröffentlichung von ernsten Verstößen kommt trotzdem

Allerdings wird es die Möglichkeit einer Veröffentlichung von Hygieneverstößen im Internet dennoch geben: Am 1. September soll das neue Verbraucherinformationsgesetz in Kraft treten. Das bedeutet: Wer sich eines Hygieneverstoßes schuldig macht, der ein Bußgeld von mehr als 350 Euro erwarten lässt, wird auf der Website der prüfenden Kommune veröffentlicht.

ThemenalarmKommentierenDrucken
Auch interessant

Länder können Hygiene-Ampel verpflichtend einführen

Das bundeseinheitliche Hygiene-Barometer ist vom Tisch. Jetzt entscheiden die Länder individuell ... mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Leser-Kommentare zum Artikel (7)

Stefan Grüttke, Hamburg
Stefan Grüttke, Hamburg

24.07.2012 um 14:17

Betreff: @ Frank-Ulrich John

Auch die (beinahe Gebetsmühlenartige) Wiederholung von Argumenten macht diese nicht besser und schon gar nicht richtiger.

Denn es geht doch nicht um den Gastronomen der (weil es spät geworden ist) seine Küche mal ausnqahmsw2eise so lässt wie sie ist, sondern um eklatante Hygienemängel die zur roten Ampel führen. Schauen Sie sich die entsprechenden Bilder aus berlin doch einfach mal an.

Die Küchen haben seit Wochen (oder Monaten) keine Reinigungsmittel mehr gesehen, überlagerte Waren, nicht fach gerechte Lagerung, etc. die Liste lässt sich beinahe unendlich fortsetzen.

Solch ein Betrieb sei in seiner Existenz gefährdet, wenn er die rote Ampel bekommt? Ich kann nur sagen - mit Recht.

Nochmal - es liegt ausschliesslich am Wirt wie er seinen Betrieb führt und wenn er der Meinung ist, Hygiene gehört eher zu den Sekundär Tugenden soll er bitte auch die Konsequenzen tragen. So einfach ist das.

Darüber hinaus sollten sie wissen, daß die Rechtslage eine sofortige Schliessung eines Betriebes kaum hergibt, eine rote Ampel ist da einfacher.

Auch in Sachen GMP-Bayern sehe ich keine Nachhaltigkeit. Soll heissen einmal zertifiziert hat der Wirt weitestgehend freie Hand was die Hygiene angeht. Wobei ich mich allerdings auch frage, warum die Mitgliedschaft in der DEHOGA ein Qualitätskriterium sein soll?

Ausserdem was spricht dagegen, wenn der Wirt neben dem GMP Zeichen noch das Grün der Hygiene führt?

Sie können es drehen und wenden wie sie wollen, das Nein der DEHOGA zur Hygiene Ampel schützt (gewollt oder ungewollt) die schwarzen Schafe und Schmutzfinken der Branche.

Abschliessend könnte der Vergleich mit dänischer und bayerischer "Gast Freundschaft" durchaus nach hinten losgehen.

Jedenfalls habe ich Service Unfreundlichkeit (folkloristisch romantisch als "granteln" verklärt), die Beantwortung einer Frage nach eine vegetarischen Gericht mit "Stellen Sie sich doch draussen zu den Kühen auf die Weide" oder (bei eine ausländischen Gast) "Wenn der will das ich ihn verstehe soll er Deutsch lernen" in Bayern erlebt und nicht in Dänemark. Aber selbstverständlich waren das Ausnahmen :-)

Frank-Ulrich John, München
Frank-Ulrich John, München

23.07.2012 um 10:35

Betreff: Hygiene-Barometer

Gegen das Hygiene-Barometer zu sein, heißt nicht gegen Hygiene zu sein ? das Hygiene-Barometer ist nur der falsche Weg zum richtigen Ziel. Der DEHOGA Bayern, für den ich sprechen darf, stand und steht immer für Prävention statt Repression. Deshalb haben wir seit Jahrzehnten für angehende Gastronomen einen verpflichtenden Sachkundenachweis gefordert. Nachdem dieser rechtlich nicht möglich ist, haben wir gehandelt und den GastroManagementPass (www.gmp-bayern.de) eingeführt, bei dem Hygiene eine zentrale Rolle spielt. Hierdurch kann jeder gute Gastronom deutlich nach außen dokumentieren, dass in seinem Betrieb alles in Ordnung ist. Zudem erschließt es sich uns nicht, inwiefern ein roter Farbbalken vor einem Schmuddelbetrieb ein Mehr an Verbraucherschutz bedeuten soll, als die bereits heute mögliche und auch praktizierte sofortige Schließung dieses Hauses. Und ein Aspekt noch zum Schluss: welches Land steht eher als Inbegriff für Genuss und Gastlichkeit: Dänemark? Oder wohl doch eher Bayern?

Stefan Grüttke, Hamburg
Stefan Grüttke, Hamburg

21.07.2012 um 18:29

Betreff: @ sylvia Müller

Der Punkt (aus meiner Sicht) ist doch der. Hygienekontrollen gibt es ja bereits.

Warum bitte soll der Gast denn nicht erfahren, daß in dem Betreib alles in Ordnung ist . durch die grüne Ampel?

Wenn es sich um einen "Ekel" Betrieb handelt, der entweder nicht willens oder in der LAge ist seine Küche gem. den Hygiene Anforderungen in Ordnung zu halten, warum soll er dann nicht die rote Ampel erhalten? Er hat es schlicht verdient.

Schauen Sie sich doch einfach mal dazu die entsprechenden Fotos aus Berlin an.

Deshalb kann ich die entsprechende Position des Geschäftsführer der bayerischen DEHOGA noch nicht einmal im Ansatz nachvollziehen (mutmasslich hat er sich in den letzten Jahren von sienem Funktionärssitz nicht weg bewegt).

Schliesslich und ndlich empfiehlt sich auch der Blick nach Skandinavien. Hier funktioniert das Ampel System bereits seit Jahren.

Denn die Gastronomen tun das, was sie eigentlich immer tun sollten - sie machen sauber.

Sylvia Miller, Herne
Sylvia Miller, Herne

19.07.2012 um 19:45

Betreff: Hygiene Ampel

@Stefan Grüttke,

Wenn es wirklich etwas neues braucht um den Verbraucher zu schützen, dann muss dies doch für alle gelten.
Das ist doch so als ob der TÜV nur die Autos der kleinen Gastronomen prüft aber niemals die Autos der Industriebetriebe
oder die Autos der Vereine
Gesetze müssen immer für alle gelten ohne Ausnahme
http://schwarzgastronomie.weebly.com/

Stefan Grüttke, Hamburg
Stefan Grüttke, Hamburg

19.07.2012 um 16:48

Betreff: @ Sylvia Miller

Warum denn nicht? Ich sehe es so, Sauberkeit in der Küche ist eine absolute Selbstverständlichkeit für jeden Gastronomen. Insofern sollte kein Gastronom die Ampel zu fürchten haben - eher im Gegenteil.

Dieser Lobbyismus schützt nur die falschen und belohnt die, die sich eigentlich nicht Gastronom nennen sollten.

Wer böses denkt, könnte auf die Idee kommen, daß es gerade im Einfluss Bereich des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbanddavon mehr als übrigen Bundesgebiet geben könnte.

Sylvia Miller, Herne
Sylvia Miller, Herne

18.07.2012 um 18:12

Betreff: Hygiene Ampel

@Stefan Grüttke
die Liste der Medien Veröffentlichungen über Lebensmittelskandale ist wirklich groß
Aber warum soll ausgerechnet bei der Gastronomie angefangen werden.
alle Skandale der letzten Jahre stammen aus der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft
http://schwarzgastronomie.weebly.com/

Stefan Grüttke, Hamburg
Stefan Grüttke, Hamburg

18.07.2012 um 12:07

Betreff: Hygiene Ampel

Polemisch gesagt könnte die Headline auch "Grüne Ampel für Schmutzfinken" heissen, denn nichts anderes ist der vehemente Widerstand speziell aus Bayern gegen die Hygiene Ampel.

Klebe- und Gammelfleisch, Analog Käse, Waren Unterschiebung, die Liste der entsprechenden Medien Veröffentlichungen liesse sich (beinahe) unendlich fortsetzen.

Hier wurde, meiner Ansicht nach, aus ziem,lich durchsichtigen Gründen (Lobbyismus der Schmutzfinken) eine Chance verpasst, das Vertrauen der Verbraucher zurück zu gewinnen.

Dann aber gleichzeitig die Umsatz Rückgänge im Gast Gewerbe zu beweinen halte ich für schizofren.

Darüber hinaus hätte ich mir in der AHZG eine offene Diskussion über dieses Thema gewünscht. Jedenfalls erwarte ich von einer Fachzeitung mehr als das sie mehr oder minder unkritisch die Position eines (allzu mächtigen??) Funktionärs übernimmt.

Anzeige