Anzeige

Domizil für Flüchtlinge? Der Ferienhausverband sagt Nein

© Colourbox.de

Berlin-Tourismus

Ferienwohnungsvermieter kritisieren Antrag der Fraktion Die Linke

15. Januar 2016

BERLIN. Ginge es nach der Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus Berlin würden in der Hauptstadt künftig als Wohnraum für dienen. Der Deutsche Ferienhausverband hat darauf reagiert und kritisiert in einem Schreiben das Vorgehen und die Art und Weise, wie mit Ferienwohnungsvermietern in Berlin umgegangen wird.

Bis zum 30. April 2016 genießen Ferienwohnungen in Berlin noch Bestandsschutz – bis dahin solle der Senat, laut Antrag der Linken, mit den Eigentümern und Vermietern in Verhandlungen treten, damit diese ihre Unterkünfte an Geflüchtete und Obdachlose vermieten. 68.000 Bedürftige könnten somit untergebracht werden, heißt es in dem Dokument.

Der Deutsche Ferienhausverband kritisiert diese Vorgehensweise. „Seit Monaten beobachten wir, wie Ferienwohnungen für den Wohnungsmangel in Deutschland verantwortlich gemacht werden, obwohl sie nur einen Bruchteil am Gesamtwohnungsmarkt ausmachen. Völlig außer Acht gelassen werden dagegen andere Formen der Wohnraumzweckentfremdung, wie beispielsweise freiberuflich genutzter Wohnraum“, sagt Tobias Wann, Vorsitzender des Verbands.

"Um eines klarzustellen: Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn ein Vermieter freiwillig mithilft, das drängende Problem der Unterbringung von Flüchtlingen anzugehen. Allerdings ist es schon bedenklich, Vermietern mit dem Gesetz der Wohnraumzweckentfremdung erst die Existenz- und Geschäftsgrundlage zu entziehen, um sie dann für die Flüchtlingspolitik zu instrumentalisieren.“

Der Verband zweifelt zudem die hohe Zahl der Menschen an, die in den Ferienwohnungen zumindest vorübergehend unterkommen sollen. „In Berlin sind derzeit etwa 6500 Ferienwohnungen gemeldet. Eine Ferienwohnung umfasst im Schnitt ein bis zwei Schlafzimmer mit rund 50 Quadratmetern. Dies würde bedeuten, dass in jede der Ferienwohnungen bis zu elf Menschen unterkommen. Das halten wir für unzumutbar.“

Zwar gehe der Senat von einer erheblich höheren Zahl von nicht gemeldeten Ferienwohnungen aus, allerdings bleibe offen, wie viele dieser Wohnungen tatsächlich dem Wohnungsmarkt vollumfänglich zur Verfügung stünden oder wie viele derzeit nur teilweise als Ferienwohnung genutzt würden.

Der Deutsche Ferienhausverband mit Sitz in Berlin wurde im Dezember 2013 gegründet und ist mit 15 Mitgliedern Deutschlands größter Branchenverband im Ferienhaussegment. red/hz


ThemenalarmKommentierenDrucken
Spaß an der Gastronomie: Issa R., geflohen aus Tansania, arbeitet jetzt in der Schauküche des A-Ja Resorts in Bad Saarow
Auch interessant

A-Ja stellt Asylbewerber ein

Ein junger Mann aus Tansania arbeitet im A-Ja-Hotel Bad Saarow jetzt in der Schauküche. Weitere Flüchtlinge sollen ebenfalls für die Gruppe gewonnen werden. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige