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Der Berliner Großflughafen wird zur Großblamage, Bio verliert allmählich seine Unschuld

Editorial

Glaubwürdigkeit perdu

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/37 vom 8. September 2012
von  

Die Posse nimmt ihren Lauf: Zum zweiten Mal wird die Eröffnung des Berliner Großflughafens verschoben. Außerdem wird die Großpleite noch 1,2 Mrd. Euro teuerer als geplant. Die Aufsichtsräte der Flughafengesellschaft, darunter Berlins Regierender Bürgermeister sowie der brandenburgische Ministerpräsident, waschen ihre Hände in Unschuld. Den PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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für das Desaster zahlen die Steuerzahler und all jene, die im, am und um den herum ihrem Business nachgehen wollten. Darunter Hoteliers und Gastronomen.

Deren Ärger ist gewaltig. Ihnen geht fest einkalkuliertes Geschäft verloren. Im Holiday Inn spricht man von Millionenbeträgen. Das kann nur in Teilen kompensiert werden. Auch können Hoteliers und Gastronomen Mitarbeiter nicht wie geplant einstellen oder sie müssen solche, die schon unter Vertrag stehen, anderswo unterbringen. Fast scheint es, als hätten etliche Investoren und Hotelbetreiber dem eh nicht getraut. Denn die Zahl der neuen Hotels ist bislang gering. Was sicherlich mit der weiten Entfernung zur City und auch den Unwägbarkeiten rund um den Airport zusammenhängt. Erst mal abwarten oder zumindest nicht gleich einsteigen, scheint da die richtige Devise gewesen zu sein; was sich auf ungute Weise bestätigt hat (Seite 5).

Nicht bestätigt hat sich die in etlichen Medien verbreitete Botschaft, dass Bioprodukte nicht gesünder seien als konventionelle Alternativen. Vollkommen widerlegt wurde sie allerdings auch nicht.

Es ging um eine amerikanische Untersuchung, die laut FAZ zumindest eines belegt: „Konventionell erzeugtes Geflügel- und Schweinefleisch war (in den ausgewerteten Studien) mit höherer Wahrscheinlichkeit mit Bakterien belastet, die gegen drei oder mehr Antibiotika resistent waren.“ So spricht nach wie vor einiges für Öko auf dem Teller, auch wenn Bio weiterhin an Glaubwürdigkeit verliert.




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