Buchungsportale

Best-Preis-Entscheidung: In Österreich dürfen Portale weiterhin mindestens gleich günstige Preise wie auf der hoteleigenen Website fordern

© Olivier Le Moal/Colourbox.de

Best-Preis-Klausel

Österreichs Wettbewerbsbehörde stellt Verfahren ein

22. März 2016
 Raphaela Kwidzinski

WIEN. Auch in Österreich wollen sich die Hoteliers nicht mit den von den Buchungsportalen geforderten Best-PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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-Bedingungen zufrieden geben. Wie auch in Deutschland würden viele Hoteliers dort gerne auf ihrer eigenen Website günstigere Preise anbieten als auf Portalen wie und . Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hatte dazu auch eine Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde eingelegt. Dieses Verfahren ist jetzt aber eingestellt worden. Das teilen die Bundeswettbewerbsbehörde und auch die mit.

Eingestellt worden ist das Verfahren, weil die Wettbewerbshüter die geänderten Geschäftsbedingungen der Portale Booking.com und für ausreichend halten. Beide Portale hatten im Sommer 2015 den Hoteliers die neuen Konditionen mitgeteilt. Darin ist keine "weite Best-Preis-Klausel", sondern nur noch eine "enge Best-Preis-Klausel" enthalten. Die Portale verzichten auf ihre Best-Preis-Forderungen bezüglich der Preise auf anderen Portalen und (OTAs). Dort dürfen Hoteliers demnach günstigere Raten einstellen. Auf der eigenen Website dürfen die Preise jedoch nicht günstiger sein als bei der jeweiligen OTA. Für die Wettbewerbsbehörde konnten damit wettbewerbsrechtliche Bedenken aus dem Weg geräumt werden, wie ein Sprecher der Behörde mitteilt.

Für die ÖHV greift diese Regelung jedoch zu kurz. "Österreichische Hoteliers sind durch den Best-Preis-Zwang auf der eigenen Website noch immer benachteiligt und in ihrer unternehmerischen Freiheit eingeschränkt", so der Verband. Man prüfe dazu derzeit weitere rechtliche Schritte.

Im Nachbarland Schweiz hatte die dortige Wettbewerbskommission jedoch Ende 2015 ähnlich geurteilt. Die "enge Best-Preis-Klausel" wird auch dort weiterhin akzeptiert. In Deutschland verhält es sich anders. Hier hat das Bundeskartellamt den Portalen HRS und Booking.com inzwischen untersagt, jegliche Best-Preis-Klauseln einzufordern. Hoteliers dürfen auf der eigenen Website somit günstigere Preise einstellen als bei diesen Portalen. Gegen Expedia, den dritten unter den drei großen Online-Buchungskanälen am deutschen Markt, läuft derzeit noch ein ähnliches Kartellverfahren.


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