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Dem Ärger Luft machen: Lauter Protest in München gegen die Gema-Tarife

Karin Gabler

Gema-Gebühren

Pfeifkonzert gegen die Gema

7. September 2012
von  

MÜNCHEN. „Wir sind hier, wir sind laut - weil Ihr uns die Discos klaut!“ klang es gestern lautstark durch die Straßen des Münchner Stadtviertels Haidhausen. Mehr als 2500 Demonstranten marschierten im Protestzug gegen die GEMADeutsche "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte"".
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-Gebühren. Wirte, Discotheken- und Clubbesitzer, DJs, aber auch Hoteliers, Künstler sowie Vertreter des DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
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Bayern, des Verbands der Münchner Kulturveranstalter und sämtliche politischen Parteien fanden sich zur Kundgebung am Weißenburger Platz ein.

„Welche Branche kann sich eine Gebühren-Erhöhung von 100 bis 1000 Prozent erlauben“, schimpfte die Sprecherin der Freien Wähler. Die Piratenpartei glänzte mit einem mitreißend sprachgewandten Bruno Kramm, Urheberrechtsspezialist und selbst Komponist: „Wir fordern die zur Rücknahme dieser Tariferhöhung auf“, rief er. „Wenn dies nicht geschieht, wird es zur Rebellion der Clubbesitzer kommen.“ Pfiffe, Buhrufe, und Sprechchöre begleiteten die Demonstration, die durch Haidhausen bis vor die Gema-Generaldirektion in der Kellerstrasse zog.

Die Gema will die Gebühren für Clubs und Discos teilweise bis weit über 1000 Prozent erhöhen ebenso wie für fast alle Straßen- und Vereinsfeste, für Tanzabschlussbälle und gesellschaftliche Events. Schon ab einem Gema-pflichtigen Lied ist die volle Gema-Gebühr fällig, das betrifft auch Kulturveranstaltungen, Kindergarten- und Sportfeste sowie Hotels, die in ihrem Restaurant Musik abspielen. Gastronom , Chef von drei renommierten Münchner Gastrobetrieben: „Bisher musste ich im 800 Euro abführen, in Zukunft wären das 15.000 Euro.“ Und P1-Chef war bisher mit einer Jahresgebühr von 20.000 Euro dabei, nach den neuen Tarifen müsste er 100.000 Euro kalkulieren.

Zur Zeit läuft beim Marken- und Patentamt ein Verfahren gegen die Tariferhöhung. Sollte der Monopolist Gema bei seinen Forderungen bleiben, befürchtet die Branche zahllose Betriebsschließungen und Existenzvernichtungen.

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Leser-Kommentare zum Artikel (3)

Frauke  Zawada, Essen
Frauke Zawada, Essen

12.09.2012 um 15:22

Betreff: Modernes Raubrittertum

Ich möchte mal sehen, wie die Gäste im Restaurant reagieren, wenn sie für ihr Schnitzel zukünftig 9,90? bezahlen und dann noch mal 5,-? für die Gema. Die Herren der Gema haben lediglich nach einer Möglichkeit gesucht, den ganzen Rahm abzuschöpfen und sich die Taschen vollzustopfen. Ich kann mir schon gut das Endergebnis vorstellen: Das, was die Gema jetzt fordert wird nicht durchgehen, aber es wird in jedem Falle eine saftige Erhöhung geben. Alle werden froh sein, das sie noch mal davon gekommen sind... äh, wiso davon gekommen? Nein, im Gegenteil, der Kelch wird nicht an uns vorbeigehen, wir werden ihn austrinken und auch noch dankbar dafür sein! Woher ich das weiß? Politisches Parademodell, und da wehrt sich doch auch schon lange keiner mehr! Die Künstler sollen in jedem Fall ihr Geld bekommen, jedoch muß man sich bewußt sein, das auch die Künstler sich dem Markt stellen müssen und nicht, weil sie Künstler sind ihr Geld bekommen, sondern weil sie gut sind und der Verbraucher ihre Musik kauft. Vielleicht ist das auch das Problem, die Gema hat keine Konkurrenz.... noch nicht!

Ulf Behrends, Leiferde
Ulf Behrends, Leiferde

11.09.2012 um 17:11

Betreff: ... der Gebührensumpf.

Mir wurde das Vergnügen zu Teil, mit dem Oberboss der GEMA Verwaltung in Nürnberg 3 Std. zu Mittag zu essen. Das ist ca. 2 Jahre her.
Ich habe ihm einige Beispiele von Komponierten Liedern und Vorgängen beschrieben und gefragt, ob die Urheber der Titel in den gerade beschriebenen Konstellationen und evtl. fiktiven Vorgängen denn auch wirklich ihre Tantiemen erhalten würden?!
Mir wurde das System erklärt und die "Unfehlbarkeit" dessen betont. Was ich beschrieben habe waren Künstler und deren Arbeiten aus diversen Shows die ich mit Produziert habe. Also reale Begebenheiten aus Deutschland. Diese Künstler und Komponisten warten bis heute auf diverse Vergütungen für ihre Arbeiten, die wir z.T. mehrere Hundert Mal aufgeführt und unter Angaben der Titel ID?s unsere GEMA Gebühren abgeführt haben. Es hat sich seit den jüngsten GEMA Skandalen nichts verändert, ausser das die Wegelagerei noch dreister geworden ist. Offensichtlich hat die GEMA eine starke Lobby und wie in so vielen anderen Bereichen, zählen Arbeitsplätze weniger, als die Raffgier einiger Absahner an entsprechenden Positionen.
Meine Meinung.
Ulf B.

Lina Ackermann, Riedstadt Wolfskehlen
Lina Ackermann, Riedstadt Wolfskehlen

10.09.2012 um 12:48

Betreff: GEMA Gebühren (WR-S1) VGM + GVL; VGW ein Urwald für Alle

WANN streiken die Hotels in Frankfurt gegen GEMA?
Nach meinen Kenntnissen, in keinem EU Land wird so etwas gefordert, nur in Deutschland. Sind wir das einzige Land, die zahlen "können" und jeder steht bei uns mit ausgestreckter Hand. Was denkt sich die Regierung dabei? Deutschland wird bald "LEISE" Hotels können nur Zimmer ohne Fernseher anbieten. Jeder Gast zahlt im privat Leben GEZ Gebühren, warum muss der Gast/Person nochmal zahlen wenn er auf Dienstreise, Urlaub oder auch privat unterwegs ist???? Wer möchte im Zimmer nach der Dienstreise im Zimmer vegetieren? Die erste Frage des Gastes bei einer Buchung "haben Sie einen Fernseher im Zimmer?". Wenn man nein sagt, wird auch nicht gebucht. Die Frage stellt sich, dürfen die kleinen privaten Hotels bald schließen? Ich kann auf jeden Fall mir nicht leisten diese Gebühren aufzubringen. GEMA stand sofort nach Eröffnung mit ausgestreckter Hand vor der Tür. Es hat Sie nicht interessiert, sind die Zimmer belegt oder nicht. Es wird nicht mal gefragt ob in jedem Zimmer ein Fernseher ist. Es wurde gefragt, wie viele Zimmer haben Sie? Danach bin ich bemessen worden und bin zu Kasse gebeten. Ob das richtig ist?

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