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Apartments für Touristen: Die Berliner Politik wirft vielen Airbnb-Vermietern Zweckentfremdung vor

© fantazista/Colourbox.de

Airbnb zum Zweckentfremdungsverbot

Politiker sollen Berliner Gastgeber persönlich treffen

11. Februar 2016
 Raphaela Kwidzinski

BERLIN. wie sollen den Berliner Bezirksämtern künftig Auskunft über die Vermieter gegen müssen. So sieht es ein neuer Entwurf zur Änderung des Zweckentfremdungsverbots vor, den der Berliner Senat diese Woche beschlossen hat.

Airbnb würde eine solche Regelung nicht begrüßen: „Die Sicherheit der privaten Daten unserer Vermieter und Gastgeber hat höchste Priorität“, sagt Airbnb-Deutschland-Sprecher . Bisher sei es in keiner Stadt der Fall, dass das Portal die privaten Adressen der Vermieter umfassend an die Politik weitergebe.

Vermieter-Daten in aggregierter Form

Allerdings: Es gebe einige Städte, in denen Airbnb den örtlichen Behörden Zahlen über Vermieter und vermietete Zimmer in aggregierter und anonymisierter Form zur Verfügung stelle. So bestehe unter anderem mit Paris, Amsterdam oder London eine aktive Partnerschaft zwischen den politischen Entscheidungsträgern und Airbnb. Diese beinhalte nicht nur die Weitergabe von aggregierten Daten, sondern fokussiere sich auch auf die Durchsetzung von Gesetzen, die es Anwohnern erlauben sollen, ihr Zuhause mit Gästen zu teilen.

Grundsätzlich zeigt sich das Portal auch offen für die Zusammenarbeit mit den Berliner Behörden. „Unser Community Compact macht deutlich, dass wir gemeinsam mit der Politik arbeiten wollen und alle benötigten Informationen bereitstellen möchten, die sie benötigt, um intelligente Entscheidungen zum Thema Homesharing zu treffen“, teilt Airbnb auf AHGZ-Anfrage weiter mit. Auch in Berlin suche man das Gespräch. Man wolle auch weiterhin die Berliner Entscheidungsträger dazu ermutigen, dem Beispiel anderer Großstädte wie Paris, London, Amsterdam oder auch Hamburg zu folgen und neue, klare Regeln für Leute, die ihr eigenes Zuhause teilen, zu schaffen.

Kieze sollen "bessere Orte" werden

Am seinem eigenen Konzept, dass User die eigene Wohnung zeitweise untervermieten, bzw. „teilen“, hält Airbnb naturgemäß fest. „Wir ermutigen die Politiker dazu, Berliner Airbnb Gastgeber persönlich zu treffen und Ihnen zuzuhören, wie das Home-Sharing ihre Kieze zu einem besseren Ort zum Leben, zum Arbeiten und zum Besuchen macht“, teilt das Portal weiter mit.

Die Politiker sehen das offenbar anders. Denn die Gesetzesänderung soll dabei helfen, die Vermietung von wirksamer zu kontrollieren und illegale Ferienwohnungen zu entlarven. „Ich bin fest entschlossen, die dem Wohnungsmarkt durch entzogenen Wohnungen wieder der Berliner Bevölkerung und den Zuziehenden zur Verfügung zu stellen“, kündigte Stadtentwicklungs- und Umweltsenator an. Dazu werde den Bezirken auch zusätzliches PersonalIn der Hotellerie und Gastronomie haben diese durch den Kontakt zu den Gästen einen wesentlichen Einfluss auf die vom Gast wahrgenommene Dienstleistungsqualität.
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Der vorliegende Änderungsentwurf des Gesetzes wurde vom Senat und vom Rat der Bürgermeister bereits abgesegnet. Er wird nun dem Abgeordnetenhaus zum Beschluss vorgelegt. Wann das verschärfte Gesetz in Kraft tritt, ist noch offen.


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