Recht & Steuern

Ärger während der Kreuzfahrt: Nicht jeder möchte während seinem Urlaub das TV-Team der Serie

© Arve Bettum/Colourbox.de

Recht

Reisepreis-Minderung wegen "Traumschiff"-Dreh

9. Februar 2016

BONN. Entspricht ein Hotel nicht der Beschreibung oder weist Mängel auf, könnten Urlauber Abhilfe fordern und, wenn diese nicht greift, nach dem Urlaub eine Minderung des Reisepreises oder gar verlangen. So schreibt es das Reiserecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs vor. Das gilt auch für Filmdrehs am Urlaubsort, wie ein aktuelles Urteil zeigt. So hatte ein Ehepaar eine 26 Tage lange auf der MS Amadea gebucht, ohne vorher gewusst zu haben, dass gleichzeitig an Bord Dreharbeiten für die Serie „Das Traumschiff“ stattfinden.

Das Ehepaar war über die Dreharbeiten und den damit verbundenen Promi-Faktor an Bord jedoch gar nicht erfreut, sondern fühlte sich beeinträchtigt. Auch habe man das Promenadendeck oder andere Teile des Schiffes häufig nicht betreten können, auch hätten das Hämmern und Sägen bei Kulissenbauarbeiten und die durch ein Megafon schallenden Anweisungen an die Filmcrew gestört. Das Paar forderte daher vom Reiseveranstalter eine Minderung des Reisepreises.

Das AmtsgerichtUnterstes Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Deutschland.
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Bonn gestand den Klägern daraufhin eine Reisepreisminderung von 20 Prozent an den 12 Drehtagen zu, insgesamt 1022 Euro. Das berichtet die D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
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. Eine Reise sei nur dann vertragsgemäß, wenn die Reisenden ständig die Möglichkeit hätten, die zugesagten Freizeitmöglichkeiten und Einrichtungen zu nutzen, so das Gericht. Seien Bereiche wie das Promenadendeck regelmäßig nicht nutzbar, entspreche die Reise nicht mehr den Vereinbarungen. Das Gericht bezog in seine Erwägungen auch ein, dass es sich hier um ein relativ kleines Schiff mit nur 600 Passagieren gehandelt hatte. So hatten die Gäste den Dreharbeiten kaum aus dem Weg gehen können (Az. 101 C 423/15). red/rk


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