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Kakao-Liebhaber: Doris Gass und Michael Beck

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„Großstädte sind experimentierfreudiger“

Im Interview: Michael Beck, Inhaber der Manufaktur BecksCocoa mit Sitz in München

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/17 vom 26. April 2008
von

Michael Beck ist Inhaber der ManufakturBecksCocoa mit Sitz in München. Mit seiner Lebensgefährtin und Partnerin Doris Gass machte er aus seiner Leidenschaft zu Kakao eine Geschäftsidee – mit Erfolg.

Als Sie 1998 mit dem Komponieren eigener Kakaomischungen anfingen, lag Trinkschokolade noch nicht im Trend. Wie kamen Sie auf dieses Thema?

Beck: Ich habe viel probiert, aber alles, was es an Trinkschokolade gab, schmeckte mir nicht. Hätte es etwas gegeben, das mir gefällt, hätte ich keine eigenen Kakaomischungen gemacht.

Ihre Schokoladen werden vor allem von Endverbrauchern gekauft. Wie stark ist das Interesse der Gastronomie?

Beck: Vor fünf Jahren hatten wir die Idee, unsere hochwertigen Kakaovarianten vor allem der Gastronomie anzubieten. Das ging komplett schief: Wir waren mit unseren Ideen dem Markt voraus. Seit einigen Jahren aber beginnen sich nun auch Gastronomen dafür zu interessieren. Großstädte sind experimentierfreudiger als ländliche Regionen. Viele Gastronomen bleiben lieber bei den vertrauten Marken und warten erst einmal ab. Ganz anders die trendigen Bars und Cafés in den europäischen Metropolen – die sind begeistert.

Mittlerweile bieten Sie mehr als 20 verschiedene Sorten an, meist in Feinkostgeschäften und Fachgeschäften für Schokolade. Was sind die Renner?

Beck: Vanille, Orange und Chili gehen immer – die waren die Lieblinge von Anfang an. Ansonsten ist der Geschmack regional unterschiedlich und auch saisonal wechselnd. „Before Nine“ mit Minze beispielsweise wird nur in manchen Regionen und auch nur schubweise vor allem im Sommer verlangt. Und unser Dr. No mit Lakritze verkauft sich in Bayern gar nicht, dafür lieben es die Norddeutschen und Dänen. In unserem Café in München habe ich direkten Kontakt zu den Gästen. Die müssen alles probieren und sind meine geschätzten ersten Kritiker in Sachen Experimente und Neukreationen!

Ist Fairtrade für Sie ein Thema?

Beck: Wir gehen möglichst nahe an die Hersteller heran und beziehen unseren Criollo Kakao von familiengeführten Plantagen in Südamerika, deren Ernte zu guten Preisen an Genossenschaften verkauft wird. Das ermöglicht den Familien Bildung – und damit auch Wissen über Kakao! Ich halte überhaupt nichts vom derzeitigen Zertifikatewahn, denn damit kann man sich von der Beschäftigung mit dem Thema freikaufen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Beck: Ende des Jahres kommen zwei neue Sorten heraus. In Zukunft werden wir die Edelkakaos mehr in den Vordergrund bringen, vor allem für Frühstücksbuffets. Wir planen Herkunfts- und Jahrgangskakaos und exklusive Premiumsorten mit seltenen Kakaobohnen. Mit Schokoladen werden wir sicherlich noch 15 bis 20 Jahre Spaß haben.

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