der Hotelier
Aufreger des Monats Brüssel lässt uns blass aussehen
Wieder einmal Brüssel. Die EU legt den Schalter um: Der guten alten Glühbirne geht das Licht aus. Ein Abschied auf Raten: Seit Monatsbeginn ist der Verkauf aller matten und klaren Birnen mit 100 Watt Leistung untersagt. In den kommenden Jahren müssen dann die 75- und 60-Watt-Birnen aussortiert werden. Ab September 2012 sitzt man im Dunkeln, wenn man sich nicht mit den unförmigen Energiesparlampen anfreunden mag, die jeden Ästheten aus der Fassung bringen.
Warum Brüssel der Edison-Erfindung den Garaus macht? Nach EU-Berechnungen lassen sich durch den Exitus konventioneller Birnen jährlich rund 15 Mio. Tonnen Kohlendioxid einsparen. Und Strom noch dazu. Also wechseln wir. Auch wenn uns die modernen
E-Lampen etwas von jener Blässe angedeihen lassen, die man als Siechtum deuten könnte. Apropos Gesundheit: Warum hat man die Quecksilber-Thermometer abgeschafft, wenn man sich den Stoff mit den Sparleuchten wieder ins Haus holt? Denn in jeder steckt das giftige Element. Während Glühbirnen bedenkenlos in den Hausmüll entsorgt werden können, wird die Umwelt durch das hochgiftige Quecksilber der Energiesparlampen belastet. Zur Rücknahme ist der Handel nicht verpflichtet. Was aber, wenn Kunden die kaputte E-Lampe zurückbringen? Das Verkaufspersonal erweist sich als serviceorientiert, bietet an, das Teil zu entsorgen – und wirft es in die nächste Mülltonne. Wann geht Brüssel ein Licht auf?
