der Hotelier
Aufreger des Monats Jammern auf hohem Niveau
Jammern macht Spaß. Das beweisen auch Hoteliers und Gastronomen stets aufs Neue. Da findet sich immer mal wieder ein Grund für schlechte Geschäfte oder Ungerechtigkeiten im Vergleich zu anderen Industriezweigen. Sehr beliebt ist es auch, bei rückläufigen Gästezahlen den Städten und Kommunen den schwarzen Peter zuzuschieben. Der Vorwurf lautet: fehlende Marketingmaßnahmen. Dieser mag in manchen Fällen gerechtfertigt sein. Denn es ist auch Aufgabe der Städte, etwas für das ansässige Gastgewerbe zu tun.
Ungerechtfertigt ist es, wenn die Marketingverantwortlichen alle Hebel in Bewegung setzen, den gesamten Ort auf den Kopf stellen und ein großes Sportevent in der Stadt veranstalten – zuzüglich Hunderter Übernachtungsgäste und Schaulustige. Wenn sich dann Hoteliers wegen des Trubels auch noch beschweren, vergeht einem jedes Mitleid.
So geschehen in einem beschaulichen Städtchen im Schwarzwald. Da stöhnte die Wirtin doch tatsächlich über das gute Geschäft. Schließlich sei doch Ruhetag – am Sonntag! Dank eines Events war sie wahrscheinlich zum ersten Mal komplett ausgebucht (obwohl noch nicht einmal jedes Zimmer über eine Dusche verfügt). Die Küche blieb trotzdem zu – der Hotelbetrieb sei „busy genug“. Jammern auf hohem Niveau macht halt noch mehr Spaß.
