Gastronomie
Bestnoten für die Top 80
Nervosität und Demut – das sind die Gefühle, die sich gemeinhin zum Ende des Jahres unter Spitzenköchen einstellen. Auch wenn die meisten von ihnen nicht so recht zugeben möchten, dass die Vergabe von Sternen, Diamanten, Hauben, Kochlöffeln und „F“ ihren Gemütszustand aus der Ruhe bringen könnte. Die Kritiken der renommierten Gastro-Guides werden nach wie vor mit Spannung erwartet und gefürchtet. Zum einen spielt Eitelkeit eine Rolle, denn wer möchte nicht gern mit guten Noten für seine Arbeit glänzen. Zum anderen die pure Existenzangst. Denn schlechte Bewertungen trüben das Geschäft. Und auch an der Spitzengastronomie in Deutschland ist die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorübergegangen. Einige Betriebe, die in den Führern nicht mehr auftauchen, mussten schließen.
Die Hotelrestaurants hat es nicht ganz so hart getroffen. Das bestätigt das AHGZ-Ranking der 80 besten Hotelrestaurants in Deutschland. Auffällig: Im Vergleich zum Vorjahr gab es verhältnismäßig wenig Wechsel am Herd. Das Risiko, in einem anderen Betrieb zunächst keinen sicheren Arbeitsplatz zu haben, wollen viele offenbar nicht eingehen.
Insgesamt haben die Führer in ihren aktuellen Ausgaben Milde walten lassen.
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Nach der „Sternenflut“ vom vergangenen Jahr war der Michelin in seiner Jubiläumsausgabe zum 100-jährigen Bestehen etwas sparsamer beim Verteilen der glänzenden Noten. Beim Gault Millau konnten sich viele Köche verbessern. Allerdings fielen diejenigen, die Heringskaviar verwenden, den Sanktionen der Tester zum Opfer. „Wir scheuen uns jetzt nicht, nach unserer harschen Kritik im Vorjahr nunmehr allen Köchen, die noch Heringskaviar verwenden, einen Punkt von ihrer Bewertung abzuziehen“, so die Begründung des Chefredakteurs Manfred Kohnke. Dass es ausgerechnet auch den letztjährigen „Koch des Jahres“ Nils Henkel trifft, nimmt er als „Kollateralschaden“ in Kauf.
Die unangefochtene Spitze
Entsprechend der sanften Urteile der Gourmetkritiker überwiegen in der AHGZ-Rangliste Verbesserungen. Auch auf den Spitzenplätzen gibt es nur leichte Veränderungen. Unangefochten auf dem Kocholymp thronen wie im Jahr zuvor Harald Wohlfahrt, Schwarzwaldstube in der Traube Tonbach, Helmut Thieltges, Restaurant Sonnora im Waldhotel Sonnora, und Joachim Wissler, Vendôme im Schloss Bensberg. Die drei Köche teilen sich den ersten Platz mit einer Gesamtzahl von je 99,5 Punkten.







