Der Hotelier - Das Ideenmagazin der AHGZ
Das harte Business um die besten Bissen
von Micaela Buchholz
Die Krise bringt Bewegung ins Cateringbusiness. In vielfacher Hinsicht. Sie ist Motor für einen in manchen Bereichen längst fälligen Umbruch. „Die Budgets der Kunden sind nicht mehr, was sie einmal waren. Am Produkt wollen wir nicht sparen. Also muss sich etwas an unserer Infrastruktur ändern“, sagt Klaus Peter Kofler und setzt auf Innovation. Zusammen mit dem Profiküchenhersteller Rieber konzipierte er ein neues Küchensystem für unterwegs. „Jetzt haben wir mit dem K-Pot den I-Pod für die Küche“, sagt Kofler.
Elegantes schlankes Design, leichte Bedienung und unkomplizierter Transport – der K-Pot (steht für portable kitchen) erinnert tatsächlich ein wenig an Produkte aus dem Hause Apple. Jahrelang hätten die Caterer versucht, mit nicht mobilem Equipment bei ihrer Arbeit klarzukommen, während sich in anderen Bereichen, wie Mobiltelefonie und Computer, die Technik rasant entwickelte. Zu groß, zu schwer, zu viele verschiedene Geräte, zu viel Energieaufwand – das wirkte im Vergleich dazu nicht mehr zeitgemäß. Stark bewusst wurde Kofler dieser Umstand vor allem, als es um den Auftrag für das Catering beim Confederations Cup in Südafrika ging. „Es fehlte in den Stadien an Infrastruktur und auch an ausreichendem Strom“, erzählt er.
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Die Laptop-Küche
Der K-Pot sollte die Lösung sein – und das nicht nur für Südafrika. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Kochtopf im Gastronormformat, von Rieber Thermoplate genannt, der dank eines Materialmixes aus Kupfer und Aluminium eine wesentlich höhere Wärmespeicherkapazität haben soll als herkömmliche Kochutensilien. Er dient gleichzeitig als Transportbehälter.
Das Gericht kann zum Beispiel vorbereitete Speisen vor Ort auf den Punkt genau fertig garen. Denn der Thermoplate steht passgenau auf einem Elektrogerät, das je nach Programmwahl nicht nur regenerieren, sondern auch kochen, dampfgaren, grillen oder warmhalten kann. Das dunkelgraue Duo macht auch auf dem graphitfarbenen Holzbuffet eine gute Figur. Das Möbel ist beliebig erweiterbar, leicht und schnell aufzubauen und passt auf eine Europalette.
Kofler hat sich 400 dieser Geräte zugelegt. „Der Kunde ist heute nicht mehr bereit, den Aufwand für eine schwerfällige Infrastruktur mitzubezahlen“, so seine Erfahrung. Dank des neuen Equipments könne er bei einem Cateringangebot die Kosten pro Gast um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Die neue platz- und energiesparende Technik habe ihm schon so manchen neuen Auftrag beschert. Kofler & Kompanie ist ein Catering-Globetrotter, bekocht und serviert so gut wie überall auf der Welt. Und das mit kleinem Gepäck.
Abgehoben will das Unternehmen deshalb aber nicht sein. Im Gegenteil. Die neue Pret-à-diner-Kollektion setzt unter dem Motto „from the farm to the table“ auf absolut bodenständige Speisen. „In jeder Rezession sehnt man sich nach den Dingen, die man kennt, um sich das Urvertrauen zu bewahren“, sagt Kofler. Bei ihm bekommen die Gäste Klassiker aus aller Welt. Der Hochglanz-Katalog mit goldenen Illustrationen wie aus alten Kochbüchern auf altrosafarbenem Grund sieht eher aus wie ein Fotoband mit künstlerischen Ambitionen.





