Von Svenja Alberti
Der Kniff mit dem richtigen Gespür
Service-Design. So heißt das Zauberwort einiger österreichischer Hoteliers. Diese Strategie ist gleichzeitig Mittel gegen die Krise. Von der ist in unserem Nachbarland allerdings bei kreativen Resorthotels wenig zu spüren. Denn diese punkten mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und ausgefallenen Konzepten, die ein authentisches Urlaubsgefühl vermitteln. Ohne dabei an alten Traditionen festzuhalten oder gar in der Denke und Konzeption stehen zu bleiben. Das Gegenteil ist der Fall: Die österreichischen Hoteliers präsentieren sich weltoffen, sind trendy und glänzen mit Innovationen, die sie mit regionalen Vorzügen geschickt verknüpfen. Und damit sind sie so einigen Hotels in Deutschland und der Schweiz voraus. Die Vorzüge wissen auch deutsche Reisende zu schätzen. Sie verschlägt es immer öfter in die Alpenrepublik.
Vor allem die persönlich geführten Häuser haben es den Erholungssuchenden angetan. Und die sind in Österreich in der Überzahl: Mehr als 85 Prozent aller Häuser sind Privathotels. Sie haben auch den Kniff bei der Preispolitik raus. Denn nachgeben ist nicht ihr Ding. Stattdessen bieten sie Zusatznutzen an – von kostenlosen Wellness-Behandlungen über alkoholfreie Getränke an der Bar bis hin zu erweiterten Sportangeboten. Dabei setzen sie auf außergewöhnliches Design und den respektvollen Umgang mit der Natur – wie unsere Beispiele zeigen (Seite 4).
Ebenfalls aus Österreich kommt der Star-Inn-Erfinder und -Gründer Paul Garai. Und auch er beweist viel Fingerspitzengefühl und das richtige Gespür für die Bedürfnisse der Gäste. Seine Hotels sind von der Ausstattung her im Mittelklasse-Bereich angesiedelt, während Marketing, Preispolitik und das eingeschränkte Service-Angebot dem Budget-Segment entsprechen. Das ist von Garai genauestens ausgeklügelt und kalkuliert. Zum Konzept kommen Kontakte und das Know-how des langjährigen Accor-Managers. Eine Kombination, die aufgeht (Seite 6).