Aufreger des Monats
Fairer Wettbewerb sieht etwas anders aus
Etwas ist faul im Staate Europa. Aber an der Fahne liegt es nicht. Die güldenen Sterne auf blauem Grund symbolisieren eine Einheit von Nationalstaaten. Für gleiche Wettbewerbsbedingungen stehen sie nicht. Leider. Schon gar nicht im Hinblick auf die Interessen von Hotellerie und Gastronomie. Da erscheint der deutsche Stern auf der EU-Fahne rot-schwarz angeschmutzt.
Nicht aber für den deutschen Finanzminister. Die im Gastgewerbe generierten Umsätze spülen ihm kräftig Geld in die Kasse. Seit dem 1. Januar hat Deutschland seinen steuerlichen Spitzenplatz ausgebaut, gefestigt und zementiert. Hingegen gilt in 22 von 27 EU-Mitgliedsstaaten für die Hotellerie die reduzierte Umsatzsteuer. Nur die Dänen müssen sich schämen: 25 Prozent werden dort fällig. Wer aber in unmittelbarer Grenznähe zu Belgien (6 Prozent), den Niederlanden (6 Prozent), der Schweiz (3,6 Prozent) oder zu Frankreich (5,5 Prozent) volle Häuser haben will, der läuft im Wettbewerb mit 19 Prozent steuerlichem Ballast an den Beinen.
Da kann einem schon mal die Puste ausgehen. Und man gerät in Wallung, wenn dieselbe Regierung etwa den Betreibern von Bergbahnen den Umsatzsteuersatz senkt. Um Wettbewerbsnachteile gegenüber Österreich und der Schweiz zu beseitigen, heißt es in der „Schenkungsurkunde“. Trösten wir uns: Jetzt werden sich die Dänen grämen. uju



