Speis & Trank
Im Land der Leckereien
Der Ort ist auf keiner Karte verzeichnet, kein Navigationssystem bringt uns hin, und gäbe es Wegweiser, würden sie sicher von aufgebrachten Gastronomen umgestürzt. Denn der Ort, eigentlich ist es sogar ein ganzes Land, könnte jeden in den Ruin treiben, der sein Geld damit verdient, andere zu bewirten.
Umgeben ist es von einer Mauer aus Reisbrei, und wer hinein will, muss sich da durchgraben. Innen wird man dann reich belohnt: Die Brunnen und Bäche führen edle Weine, von den Bäumen fallen einem die herrlichsten Früchte in den Schoß, und gebratene Vögel flattern in die Münder der Hungrigen. Die Häuser sind von Zäunen aus Bratwürsten umgeben, die Dächer mit Lebkuchen gedeckt. Nur an die Spanferkel muss man sich etwas gewöhnen: Die laufen in diesem Land fertig gebraten durch die Straßen, und damit jeder sich von ihnen ein Stück absäbeln kann, stecken in ihren Rücken scharfe Messer. Der Anblick soll schon manchen zum Vegetarier gemacht haben.

