Aufreger des Monats
Klimaschutz und Birnen aus China
Die Welt ist überhitzt. Nicht weniger heiß wird über mögliche Klimaschutzmaßnahmen diskutiert. Die Sachlichkeit läuft Gefahr, zwischen Kioto und Toyota auf der Strecke zu bleiben. Humus für die Gutmenschen, Boomtime für Studien: Drei von vier Deutschen wären demnach bereit, vor ihrem Flug in die Ferien freiwillig für den Klimaschutz „ein paar Euro“ zu bezahlen.
Die Hilfe kommt in Fluss – ein Tsunami kleinteiliger Goodwill-Aktionen droht. Gäste einer prosperierenden Hotelkette können demnächst die auf ihrer Reise angefallenen CO2-Emissionen ausgleichen. Statt die Bonuspunkte aus dem Treueprogramm einzulösen, stellen sie die gesammelten Punkte dem Unternehmen zur Verfügung, das mit dem entsprechenden Geldbetrag Energiesparprojekte unterstützt. Airlines wollen da nicht zurückstehen: Die Lufthansa denkt über klimaneutrale Tickets nach. Bei Greenpeace erntet die Kranich-Linie dafür wenig Beifall. Schließlich streube sich das Unternehmen gegen so wichtige Maßnahmen wie eine Kerosinsteuer und die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel.
Glühbirnen raus, Sparleuchten rein! Die führenden Hersteller würden das begrüßen. Das nährt Misstrauen. Zu Recht, denn das Geschäft mit Glühbirnen – allein in Deutschland etwa 1,2 Mrd. Euro – wird längst ausschließlich von Herstellern aus China gemacht. uju