Von Svenja Alberti
Nase vorn mit richtigem Riecher
Der Wellnesstrend hat eine zusätzliche Facette bekommen: Soziale Kompetenz lautet das neue Zauberwort im Wohlfühlgeschäft. Hinter dem Begriff verbirgt sich serviceorientiertes Denken und die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Erholungssuchende erwarten vom Personal außer fachlichem Wissen vor allem persönliche Anteilnahme – von einem außergewöhnlichen Ambiente, einer Vielfalt an Behandlungen mit authentischen Inhalten und einem ganzheitlichen Konzept einmal abgesehen. Die Gäste möchten umsorgt werden.
Für die Spa-Mitarbeiter bedeutet das, die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen und sich voll und ganz auf jeden einzelnen Gast einzulassen und dessen Persönlichkeitsstruktur zu erfassen. Denn jeder ist anders gestrickt. Der eine möchte sich während der Behandlung fallen lassen, der andere kann gar nicht abschalten und muss vom Personal abgeholt werden. Wie Mitarbeiter mit den Ängsten, Wünschen und Launen der Gäste adäquat und schließlich umsatzbringend umgehen, verrät der Wellness-Coach Wilfried Dreckmann im Interview (Seite 4).
Auf persönliches Miteinander kommt es auch in der Cateringbranche an. Diese befindet sich – nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation – im Umbruch. Die Kunden erwarten eine persönliche Betreuung. Live-Marketing heißt das Stichwort. So lädt Gastro-Unternehmer Frank Schwarz seine besten Kunden auch mal zu einem exklusiven Event auf einem eigens gecharterten Schiff ein und verschickt viermal im Jahr eine Hauszeitung.
Zudem werden die Kunden-Budgets knapper. Um am Produkt nicht sparen zu müssen, setzt Klaus Peter Kofler daher auf mobiles Equipment, das den Arbeitsaufwand erleichtert. Kreativität gehört auch dazu. Mit ausgefallenen Locations, lebendigen Präsentationen und aufrichtigen Mitarbeitern setzt man sich vom Mitbewerb ab. Denn mit Kanapees und Puddingteilchen kann man Gäste am Buffet schon längst nicht mehr begeistern (Seite 6).