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Reif für die Insel
Der Traum von der Insel sitzt tief. Schon im Kindesalter werden wir auf Insel konditioniert. Immerhin war Robinson Crusoe der erste Inselbesitzer von Weltruhm. Man muss weder schiffbrüchig noch Milliardär sein, um sich den Insel-Traum zu erfüllen. Leicht machen es ruhesuchenden Gestressten die Malediven. Dort gibt es 1200 Inseln, von denen gut 90 als Resortinseln genutzt werden. Pro Insel ein Hotelbetreiber.
Die Steigerung ist der Aufenthalt auf einer Privatinsel, ein exklusives, weil teures Vergnügen. Dort gilt meist „all inclusive“, von Food & Beverage über Sportangebot bis Personal – wie auf Richard Bransons Necker Island. Dort fallen nur die Spa-Behandlungen unter „kostenpflichtige Extras“. Der englische Selfmademann und Abenteurer ist als Gründer der Virgin-Unternehmensgruppe eine Art lebende Legende, von der Queen zum Sir Richard geadelt. Er gründete Airline, Hotelkette und gut 50 andere Unternehmen, deren Erträge ihm einen festen Platz auf der „Rich-List“ des Wirtschaftsmagazins Forbes sichern.
Doch auch ein Milliardär hat Träume. Als Branson 1978 im Alter von 24 Jahren die 300.000 Quadratmeter große Karibikinsel kaufte, bewies der Tausendsassa Geschäftssinn. Für 180.
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000 Pfund vom klammen Vorbesitzer erworben, wird Necker Island in den British Virgin Islands heute auf 106 Mio. US-Dollar taxiert. Da er damals selbst nicht allzu flüssig war, finanzierte er den Ausbau peu à peu. „Wenn Janet Jackson oder die Rolling Stones Hits bei Virgin Records hatten, konnte ich die Insel weiter bebauen“, schreibt er in seinen Memoiren.
Das 30 Hektar große Privatrefugium ist ein luxuriöses Inselparadies für Stars und Promis aus der Musik- und Filmbranche und königliche Hoheiten. 50 Angestellte kümmern sich um maximal 28 zahlende Gäste. Aber: Das Paradies wird nur komplett vermietet und schlägt pro Tag mit 51.000 Dollar zu Buche. Ganz oder gar nicht, lautet die Devise von Sir Richard. Mit einer Ausnahme: Während der so genannten Celebrations Weeks können auch einzelne Gäste ein Inselhaus buchen: Eine Woche ab 25.400 US-Dollar pro Paar.
Reiche Leute gibt es auch in Asien. Zur Eröffnung des Pangkor Laut Resort 1993 sang Luciano Pavarotti. Seither zählt das Resort auf Malaysias einziger Privatinsel zu den exklusivsten in ganz Asien. Die malaiische Industriellen-Familie Yeoh und deren Firmengruppe YTL schufen auf ihrer Insel eine luxuriöse Ferienanlage.
Eingebettet in tropischen Regenwald sind 126 Villen im Stil eines malaiisches Dorfes angeordnet, alle mit Traumblick aufs Meer. Es gibt wunderschöne Sandstrände, zwei Pools, neun Restaurants und Bars, Fitness-Center, Tennis und sämtliche Wassersportarten. 6 Mio. Euro ließen sich die Eigentümer „das größte und umfassendste Spa Asiens“ kosten, in dem 80 Mitarbeiter die Bandbreite asiatischer Heilmethoden anbieten.
Das größte Spa Asiens
Die YTL-Corporation, kontrolliert von Francis Yeoh und seiner Familie, gehört mit einer Bilanzsumme von mehr als 9 Mrd. US-Dollar zu den größten börsennotierten Unternehmen Malaysias. Ein Ableger ist die YTL-Hotelkette mit Sitz in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Sie betreibt neben Pangkor Laut rund ein Dutzend Hotels, darunter das Ritz-Carlton und das JW Marriott in Kuala Lumpur. Demnächst nimmt YTL vor der Küste Borneos zwei weitere Privatinseln mit Hotel und Villen in Betrieb.
Zurückgestellt wurde das Pangkor Laut Resort Dubai, das auf dem künstlichen Inselprojekt „The World“ entstehen soll.
Küchen-Tausendsassa Johann Lafer pflegt seit Jahren einen gastronomischen Austausch mit der YTL-Group. An den Herden der Laferschen Stromburg bekommen Köche der malaysischen Hotelgruppe das Rüstzeug für die feine Küche, die eine internationale Klientel erwartet.
Auf Pangkor Laut lässt sich Exklusivität sogar steigern: In den neun „Estates“, den mit erlesenem Geschmack eingerichteten Luxus-Villen. Sie liegen abgeschieden an der Marina Bay und können ab drei Tagen Aufenthalt (ab 8000 US-Dollar, drei Nächte für vier Personen) gemietet werden – inklusive Butler, Koch, Servicepersonal, Pool, Auto und Mahlzeiten. Jeder Estate besteht aus mehreren Pavillons zum Essen, Wohnen, Relaxen und liegt inmitten tropischer Gärten mit Privatpool.




