Der Hotelier - Das Ideenmagazin der AHGZ
Skeptischer Blick nach vorn
Das vergangene Jahr ist nicht gerade rosig für die Top-Hotellerie in Deutschland verlaufen. Die Spitzenhotels bekamen zum Ende des Jahres hin doch noch blaue Flecken. Die Krise hinterließ ihre Spuren. Die umsatzstärksten Einzelhotels in Deutschlands steigerten ihren Umsatz zwar um 3,0 Prozent, bereinigt um drei neue Häuser entsprach das aber nur einem Plus von 1,7 Prozent (AHGZ/Der Hotelier vom 30. Mai).
Negativschlagzeilen nehmen zu
Damit konnten sie Ihre Erwartungen an das Geschäftsjahr nicht erfüllen. Denn mehr als 80 Prozent gaben im vergangenen Jahr noch an, Umsatzzuwächse zu erzielen. Tatsächlich schafften das nur rund 60 Prozent. Doch die Zahlen von 2008 sind Schnee von gestern. Wichtiger ist das laufende Jahr. Was erwartet die Spitzenhotellerie in Deutschland im laufenden Geschäftsjahr? Die Meldungen über rückläufige Umsätze, stagnierende Zimmerpreise und ein nachlassendes Tagungsgeschäft nehmen kein Ende (AHGZ vom 13. Juni). Nach und nach trudeln immer mehr Negativschlagzeilen ein. So meldet das Statistische Bundesamt für den Monat April 2009 einen realen Umsatzrückgang um 14,2 Prozent für die Hotellerie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Es ist kein Wunder, dass diese Ergebnisse auf die Stimmung in der Branche drücken.
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Zeigten sich die Hoteliers in Deutschland am Anfang des Jahres noch recht zuversichtlich, ist die Stimmung ob der anhaltenden Wirtschaftskrise mehr und mehr getrübt.
Zu den wachsenden Energiekosten, der Mehrwertsteuererhöhung und den steigenden Lebensmittelpreisen, unter denen die Branche bereits im Vorjahr gelitten hat, gesellt sich nun noch die Sorge um die beschwerliche Konjunkturlage. Die Unberechenbarkeit der Krise macht den Managern zu schaffen. Hinzu kommt die Angst, dass die Branche sich mit Rabattschlachten die Ergebnisse kaputtmacht. Und diese ist berechtigt, mehren sich doch die Angebote vor allem großer Häuser und Tagungshotels, die unschlagbar günstige Arrangements anbieten. Dass dabei die Qualität auch manchmal auf der Strecke bleibt, ist anzunehmen. Zudem sorgen sich die Hoteliers wegen steigender Überkapazitäten in Städten wie Berlin oder Dresden.
Diese Bedenken spiegeln sich auch in den Prognosen der Top-200-Hoteliers für das laufende Geschäftsjahr wider. Das zeigt die Spezial-Auswertung unserer Top-Liste aus der Mai-Ausgabe des AHGZ-Teils Der Hotelier. Nur noch rund 40 Prozent gehen davon aus, in diesem Jahr Zuwächse erzielen zu können (siehe Grafik unten). Das waren im Vorjahr noch mehr als 80 Prozent. Währenddessen rechnet mehr als die Hälfte der Befragten mit rückläufigen Umsatzzahlen (Vorjahr: rund 15 Prozent). Insgesamt prognostizieren die Top-200-Hoteliers ein Minus von 2,39 Prozent. Dabei zu berücksichtigen ist aber, dass nur knapp die Hälfte der 200 Hoteliers überhaupt Angaben zur den Erwartungen gemacht hat. Das zeigt einmal mehr die Ungewissheit, die die Branche bewegt.
Schwacher Start ins Jahr
Zu den Ergebnissen des ersten Quartals haben sich sogar nur 78 Hotels rückgemeldet. Und für diese Hotels ist der Start ins Jahr 2009 ziemlich schwach verlaufen. Nur noch rund ein Drittel meldet verbesserte Umsätze für die ersten drei Monate des Jahres. Das waren ein Jahr zuvor noch rund die Hälfte. Für rund 60 Prozent endete das erste Quartal mit einem Minus (Vorjahr: rund 50 Prozent). Wie es für die restlichen 122 Hotels der Top-200-Liste ausgegangen ist, lässt sich nur vermuten. Wahrscheinlich ist die Tendenz bei diesen Häusern ähnlich.


