Der Hotelier
Thurnhers Alpenhof in Zürs: Beatrice Zarges, Elfi Thurnher und Stephanie Zarges-Vogel
Wie sie sich ähneln: starke Charaktere, starker Wille. Und wie sie sich unterscheiden: die eine impulsiv, die andere distinguiert, die dritte direkt. Und doch vermischt sich da wieder viel. Schließlich gehören sie einer Familie an.
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Die drei Frauen von Thurnher's Alpenhof.
Drei Frauen, drei Generationen: Elfi Thurnher, die 1964 mit ihrem Mann Oskar den Alpenhof in Zürs (Voralberg) eröffnete, ihre Tochter Beatrice Zarges, die nach dem Tod des Vaters die Geschäftsführung übernahm, und Stephanie Zarges-Vogel, die jüngste im Triumvirat, oder besser: Matriarchat.
Persönliche Note: Gesammelte Antiquitäten und Statuen
Steffi, wie sie genannt wird, mischt nur temporär im Alpenhof mit, kümmert sich einige Tage im Monat um Marketing, Controlling oder gemeinsam mit ihrer Mutter Beatrice um die Budgetplanung. Ansonsten geht sie in München ihrem Job als Hotel-Consulterin nach, zusammen mit Burkhard von Freyberg, Professor an der Hochschule München. Involviert ist auch ihre Mutter Beatrice, die zudem noch eine Agentur für Hotelmarketing in Bonn betreibt. Ganz schön umtriebig und vernetzt, die Damen.
Winters ist Beatrice Zarges, sanft und energisch zugleich, vor allem Gastgeberin und Geschäftsführerin des Alpenhofs. Denn das luxuriöse Wintersporthotel, 1720 Meter hoch am Arlberg gelegen, verlangt ihren vollen Einsatz. Das reicht von der Plauderei mit den Gästen bis zu Gesprächen mit dem Architekten. Die jung gebliebene 59-Jährige hat ein Händchen für Arrangements, wählt Mobiliar und Dekor selber aus.
In Rot und Beige ist die großzügige, lichte Halle mit Kamin gehalten. Gemütliche Sessel und Sofas laden dazu ein, sich entspannt fallen zu lassen. Ein klassisch-moderner Stil, der sich in den 14 Zimmern und 24 Suiten fortsetzt. Eine persönliche Note kommt noch hinzu: Antiquitäten und Statuen, Engel, Heilige – einst gesammelt von Oskar Thurnher. Sie schmücken Flure und Gänge. Integriert in die Halle ist die Bar mit dem halbrunden Tresen; dort spielt abends der Pianist auf. Das hat etwas von Grand Hotel, nur in einem familiäreren, alpenländischen Zuschnitt. Auch der Panoramablick vom Restaurant aus auf die herrliche Schneelandschaft steht in der Tradition des alpinen Grand Hotels.
In Thurnher's Shop ist die Handschrift der Chefin ebenfalls erkennbar, nur weiter ins Modische gewendet. Der neben dem Zürserseelift gelegene Laden führt trendige Wohn- und Modeaccessoires, Cashmere-Kollektionen, Schmuck, Silber und andere schöne Dinge. Ein gutes Zusatzgeschäft. Außerdem berät Beatrice Zarges in Interieurfragen, was sie – ganz PR-Fachfrau – als „Interieur-Coaching“ verkauft.
Auch die sogenannte Milchbar – wie der Shop nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt – setzt auf Lifestyle und junges, klares Design. Sie ergänzt das klassischer gehaltene, räumlich begrenzte Hotel: gleichsam ein Ausweichquartier und ein Treffpunkt für alle im kleinen Zürs. Das Bistro hat 42 Plätze, außen sind es noch mal 80. Vor dem Skifahren lässt sich's dort gut frühstücken, nach dem Skifahren essen und trinken. Wer will, kann Snacks, Kuchen oder Milchshakes mitnehmen. Auch dies ein Zusatzgeschäft und Teil der Strategie, die Beatrice Zarges, die promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin, verfolgt. Der Titel ihrer Doktorarbeit heißt übrigens: „Die Finanzierung im österreichischen Hotelgewerbe unter Berücksichtigung staatlicher Förderungsaktionen.“ Zur Strategie gehört auch die Mitgliedschaft bei der exklusiven Hotelallianz The Leading Small Hotels of the World. Das bringt viele Reisen mit sich. So kommt die temperamentvolle Hotelchefin um die Welt, knüpft Kontakte, lässt sich anregen.




