Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Starkes Team: Die Estrel-Geschäftsführer Ute Jacobs und Thomas Brückner haben es mal wieder an die Spitze geschafft – zum neuntenMal in Folge Foto: Hotel

Der Hotelier - Das Ideenmagazin der AHGZ

Top 200 bleiben wachsam

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/22 vom 30. Mai 2009
von  

Positiv denken, Prozesse erneuern, den Fokus auf den Kunden legen. Das hat sich Robert van der Ham, General Manager vom InterContinental Köln, in dieser wirtschaftlich angespannten Situation auf die Fahnen geschrieben. Damit steht er nicht allein unter den Top-200-Hoteliers in Deutschland. Die meisten gehen trotz rückläufiger Umsätze relativ gelassen mit der Wirtschaftskrise um, wenngleich die Auswirkungen doch allen bewusst sind. Aber niemand weiß, was kommt. Kein Wirtschaftsexperte, kein Politiker wagt, konkrete Angaben zur Zukunft Deutschlands zu machen.

Diese Unsicherheit drückt sich auch in der Stimmung der Hoteliers aus. In einem Monat steigen die Umsätze, und die Manager geben sich zuversichtlich, gar optimistisch, im darauf folgenden Monat stürzen die Zahlen ab, und überwiegend pessimistische Prognosen dominieren. Das belegen auch die Ergebnisse des AHGZ-Monitors, den das Marktforschungsunternehmen CHD Expert regelmäßig für diese Zeitung erstellt (AHGZ vom 23. Mai).

Und das ergibt das AHGZ-Ranking der 200 umsatzstärksten Einzelhotels in Deutschland. Waren die Prognosen der Wirtschaftsexperten für 2008 am Anfang des Jahres noch recht positiv, schlug die Krise im zweiten Halbjahr voll zu.

WEITERE BILDER ZUM ARTIKEL

Auch die Top 200 äußerten sich vor einem Jahr noch zuversichtlich über die Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr – trotz bereits schwächerer Umsätze im ersten Quartal des Jahres. Mehr als 80 Prozent der Befragten gingen damals davon aus, 2008 Zuwächse zu erzielen. Insgesamt erwarteten die Top-200-Hoteliers eine Umsatzsteigerung um rund 4 Prozent. Auf den ersten Blick lagen sie damit gar nicht so schlecht. Insgesamt schafften die Top Player der deutschen Hotelindustrie einen Zuwachs von 3,0 Prozent. Tatsächlich sind es nur 1,7 Prozent Steigerung, da in den Wert von 2008 drei neue Hotels einfließen, die 2007 noch kein volles Geschäftsjahr hatten.

Mit 3,15 Mrd. Euro Nettoumsatz vereinen die Top 200 aber erneut fast ein Viertel des Gesamtumsatzes der deutschen Hotellerie auf sich (Basis: rund 11.000 Vollhotels). Der Vergleich unterstreicht einmal mehr die Strahlkraft der oberen 200 als Schrittmacher für den Markt.

Abwärtstrend zu spüren

Im Vergleich zu den durchaus positiven Ergebnissen des Vorjahres (Steigerung um 4,7 Prozent) ist das für 2008 lediglich moderat. Zumal die Branche bereits 2007 mit steigenden Energie- und Lebensmittelkosten und gebremstem Konsum zu kämpfen hatte. Bis jetzt hat sich die Hotellerie erfolgreich gegen den allgemeinen Abwärtstrend gestemmt und ist gestärkt aus den Krisenjahren vergangener Zeiten hervorgegangen. Dennoch ist allen relativ klar, dass sich die angeschlagene Konjunktur weiter auf die Branche auswirken wird. Darauf sind die Manager vorbereitet.

Newcomer: Das Empire Riverside Hotel Hamburg landet auf Platz 56 Foto: Hotel

Die 200 umsatzstärksten Hotels in Deutschland präsentieren sich also in gedämpfterer Stimmung als in den Jahren zuvor. Fast 40 Prozent verzeichnen für 2008 ein Umsatzminus (2007: 20,1 Prozent). Mehr als die Hälfte konnte zwar ihren Umsatz steigern, das schafften 2007 aber noch rund zwei Drittel.

Richtig verderben lassen sich die Hoteliers die Laune trotzdem nicht, immerhin sehen rund die Hälfte der Top-200-Hoteliers die Gewinnsituation als „gut“ (2007: 55,9 Prozent), fast 30 Prozent bezeichnen sie als „noch zufriedenstellend“ (2007: 22,6 Prozent) und 5,7 Prozent als „schlecht“ (2007: 3,9 Prozent). Die Belegung sank von 68,1 Prozent auf 66,4 Prozent. Erfreulich: Der durchschnittlich erlöste Nettopreis stieg um knapp 4 Euro auf 112,10 Euro. Das zeigt, dass die Branche gelernt hat, ihre Preise auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabil zu halten und den Kampf um höhere Raten nicht aufzugeben. Die Zahl der Zimmer ist um 1 Prozent auf 65.912 gestiegen. Ein Top-200-Hotel zählte 2008 im Durchschnitt 329,6 Zimmer.
 

Themenalarm Kommentieren Drucken

Weitere Artikel aus der hotelier vom 30.05.2009 :

Der Hotelier - Das Ideenmagazin der AHGZ: „Luxus ist unsere DNA“ (30.05.2009)
Von Micaela Buchholz: „Grün ist das neue Weiß“ (30.05.2009)
Im Interview: Bettina Pyczak: „Die Nachfrage wird steigen“ (30.05.2009)
Von Petra Mewes: Hoteldesign muss ins Auge fallen (30.05.2009)
der hotelier: Bernhard Zepf und der Erbprinz in Ettlingen: Konsequenter Genießer (30.05.2009)
Im Interview: Manfred Terliesner: „Komplettlösung garantiert Sicherheit“ (30.05.2009)
der Hotelier: Fragebogen (30.05.2009)
der Hotelier: Rätselei (30.05.2009)
der Hotelier: Zwei Häuser, ein Hotel, ein Konzept (30.05.2009)

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel