AHGZ-Ranking
Top 200 erwarten mehr Umsatz
Obwohl die Konjunktur stabil ist, scheinen ihr viele Hoteliers nicht wirklich zu trauen. Das geht aus den Statements der Top-200-Hoteliers hervor. Die ökonomische und politische Lage in Euro-Ländern und anderen Staaten bereitet ihnen Sorge. Bettensteuer, Konkurrenzkampf, Energiepreise und Fachkräftesuche machen ihnen im Inland zu schaffen. Mit verhalten optimistisch lässt sich die Stimmung vieler Direktoren der 200 umsatzstärksten Hotels in Deutschland beschreiben.
Es sind politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen, welche die Top-200-Hoteliers keine Jubelarien anstimmen lassen. Denn die reinen Zahlen sind alles andere als schlecht. Die umsatzstärksten Einzelhotels in Deutschland rechnen zum Jahresende mit einem UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
weiter mit Mausklick... von durchschnittlich 16,4 Mio. Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag der Wert bei 15,8 Mio. Euro (siehe Grafik unten links). Auch können sich die Zahlen des ersten Quartals 2012 sehen lassen. Der überwiegende Teil der Top 200, rund drei Viertel, haben ihre Umsätze im ersten Quartal gegenüber dem Jahr davor gesteigert. Dies ergibt eine Spezialauswertung des Top-200-Rankings der AHGZ, das im Mai erschienen ist.
„Die internationale politische und die wirtschaftlichen Entwicklungen“ nennt Hoteldirektor Cyrus Heydarian vom Breidenbacher Hof in Düsseldorf Unsicherheitsfaktoren. „Größte Sorge: Wirtschaftskrise“ bringt es die Neue Dorint GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick... auf den Punkt. Peter Frank, Kaufmännischer Direktor des Colombi Hotels in Freiburg macht die Finanzkrise und einen Rückgang des Tagungsgeschäfts als mögliche Problemfelder für das Jahr 2012 aus.
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Ungeachtet der Rahmenbedingungen, auf die die Hoteliers keinen oder nur einen geringen Einfluss nehmen können, sind die Erwartungen an das Jahr 2012 hoch. Das schlägt sich in der Planung nieder. Mehr als 82 Prozent von ihnen planen, ihre Erlöse in diesem Jahr zu steigern (Grafik unten links). 1,51 Mrd. Euro erzielten sie im vergangenen Jahr. Für das aktuelle rechnen Top-200-Hoteliers mit 1,57 Mrd. Euro. Das Wachstum beträgt im Durchschnitt 3,7 Prozent.
Zugelegt hatten sie bereits im vergangenen Jahr. 2011 erzielten die umsatzstärksten Häuser im Schnitt 5,7 Prozent mehr Umsatz als im Jahr davor. Das zeigt das exklusive Ranking der AHGZ (AHGZ/Der Hotelier vom 26. Mai). Die große Mehrheit weist gegenüber dem Jahr 2010 ein Plus aus, nämlich 87,4 Prozent. Zwar konnten 2011 nicht die Zuwachsraten von 2010 erreicht werden, aber insgesamt war es ein gutes Jahr für die Top 200. Steigende Übernachtungszahlen schlugen sich positiv in der durchschnittlichen Zimmerauslastung nieder. Die Belegung war 2011 im Vergleich zu 2010 um 1,7 Prozentpunkte auf 68 Prozent geklettert. Der erzielte Netto-ZimmerpreisRegulärer Preis pro Zimmer , auch Zimmerrate genannt.
weiter mit Mausklick... ließ sich 2011 ebenfalls leicht noch oben schrauben. 2,3 Prozent betrug hier das Wachstum. Im Schnitt erlösten die Top-200-Hoteliers 129,18 Euro pro verkauftem Zimmer.
Längerfristig betrachtet hat die Hotellerie von der Senkung der Mehrwertsteuer), ^ Umsatzsteuer.
weiter mit Mausklick... profitiert, die allgemeine Konjunkturbelebung nach der Krise 2009 hat den erhofften Aufschwung gebracht. In diesem Jahr zeigt der Daumen bei den meisten Hoteliers weiterhin nach oben. Der Start ins Jahr 2012 fällt überwiegend gut aus. Lediglich 21,35 Prozent der Top-200-Hoteliers müssen im ersten Quartal ein Minus verkraften. Allerdings sind es mehr als im Jahr davor, als knapp 19 Prozent Einbußen zu verzeichnen hatten. Dem stehen 75,28 Prozent gegenüber, die sich über steigende Umsätze in den ersten drei Monaten des Jahres freuen. Zum Vergleich: Das erste Quartal 2011 bescherte gut 80 Prozent der Top-200-Hoteliers ein Umsatzplus. Dies zeigt: Der grundsätzlich gute Start, den die Top-200-Hotels hingelegt haben, täuscht nicht darüber hinweg, dass der Wettbewerbsdruck zunimmt und sich die niedrigen Preise auswirken. Die gute Branchenkonjunktur kommt nicht mehr bei allen an, sondern nur noch bei den Besten.
Umsatzgewinner im ersten Quartal ist das Ramada Hotel in Berlin (siehe Tabelle rechts). Plus 198,2 Prozent meldet das 4-Sterne-Kettenhotel am Alexanderplatz. Es war Ende Februar 2011 gestartet und erzielte 2011 einen Nettoumsatz von 10,1 Mio. Euro. Für 2012 rechnet das Haus mit einem Umsatz von 15 Mio. Euro. Auf Platz zwei der Plusmacher im ersten Quartal liegt ein weiteres noch junges Haus, bei dem es sich ebenfalls um ein Kettenhotel handelt. Das Hyatt Regency im Medienhafen Düsseldorf eröffnete im Dezember 2010. Das Plus im ersten Quartal 2012 gegenüber 2011 beträgt 45,1 Prozent.
Auf Platz drei liegt das Adlon Kempinski in Berlin. Mit einer Umsatzsteigerung von 22,7 Prozent in den ersten drei Monaten behauptet sich das Luxushotel in einem äußerst schwierigen Marktumfeld. Hoteliers in der Bundeshauptstadt ächzen unter einem Bettenboom, der nicht enden will. Die Raten liegen unter denen vergleichbarer Metropolen im europäischen Ausland. „Herausforderungen sehen wir in dem stetig wachsenden Hotelmarkt in Berlin sowie in der Ratenstruktur der 4- und 5-Sterne-Hotellerie“, sagt Bardia Torabi, Sales & Marketing Direktor im Adlon. Für dieses Jahr hat er wie nicht wenige Berliner Hoteliers seine Hoffnungen in den neuen Flughafen BER gesetzt. Doch dessen Start war ein Flop und verschiebt sich auf nächstes Jahr. Auf sich warten lässt auch ein mit Spannung erwarteter neuer Mitbewerber: das Waldorf Astoria. Dessen Eröffnung verschiebt sich wegen „Verzögerungen bei der Fertigstellung am Bau“, wie es bei Hilton heißt, bis Herbst des Jahres. Buchungen nimmt die Website allerdings erst für Termine ab Januar 2013 an.
Mancher Unwägbarkeit zum Trotz erwarten die Top-200-Hoteliers in diesem Jahr steigende Umsätze, steigende Gewinne, mehr Gäste und höhere Durchschnittspreise. Allerdings fallen die Prognosen nicht mehr ganz so hoch wie im vergangenen Jahr aus (siehe Grafik oben).
Gemessen am Vorjahr geben 60,6 Prozent der Top 200 an, sie rechneten mit mit einem „etwas besseren“ Gewinn als 2011. 10,1 Prozent gehen davon aus, dass der Gewinn „viel besser“ als 2011 ausfällt. Damit bleiben sie etwas hinter den Erwartungen für 2011 zurück. Vor einem Jahr gaben 74,5 Prozent an, mit einem „etwas besseren“ und einem „viel besseren“ Gewinn zu kalkulieren. Dieses Jahr machen dies nur noch 70,7 Prozent der Befragten. Dem stehen allerdings nur 9,1 Prozent gegenüber, die mit „etwas schlechteren“ Gewinnen kalkulieren. Vergangenes Jahr waren es noch 11,2 Prozent.
Leichte Verschiebungen nach unten zeigen sich auch bei den Umsatzerwartungen: 75,6 Prozent hatten vergangenes Jahr mit einem „viel besseren“ und einem „etwas besseren“ Umsatz gerechnt. In diesem Jahr geht dieser Wert auf 73,7 Prozent der Top-200-Hoteliers zurück. Dafür steigt der Anteil derer, die mit „etwas schlechteren“ und „viel schlechteren“ Umsätzen rechnen von 9,2 Prozent im vergangenen Jahr auf 10,1 Prozent in diesem Jahr. Die Gästezahlen und die Preise sehen die meisten Top-200-Hoteliers weiterhin im Aufschwung. Jeweils 62,6 Prozent der Top 200 rechnen in diesem Jahr mit mehr Übernachtungen und steigenden Raten.
Die Erwartungen für 2012 sind – gemessen am vergangenen Jahr – nicht mehr ganz so hoch, aber immer noch äußerst positiv. Wichtig für viele ist es, weiter am ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
weiter mit Mausklick... zu feilen. Sie wollen vom Strom der Businessreisenden und Touristen profitieren, der vielerorts die Auslastung steigert. Sie hoffen auf eine gute Wirtschaftslage. Diese, so Olaf Feuerstein, Chef des Freizeit In Göttingen, schaffe weiter Luft für Investitionen.


