AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Max Luscher: „Um wirklich wahrgenommen zu werden, muss eine Hotelmarke hierzulande viele Märkte gleichzeitig besetzen“ Foto: Unternehmen

Interview: Max Luscher, KPMG AG

„Weg vom Standardhotel“

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/3 vom 14. Januar 2012

Wie verändert sich der deutsche Hotelmarkt?

Luscher: Bei den Markenprodukten, die in letzter Zeit auf den deutschen Markt gekommen sind und erfolgreich expandieren, fällt vor allem eines auf: All diese Konzepte sind sehr fokussiert. Der Trend geht klar weg von Standardprodukten, die alle Zielgruppen gleichermaßen ansprechen wollen und daher über Vollrestaurant und SpaAuf körperlichem Wohlbefinden basierende Erholungseinrichtung in einem Hotel.
weiter mit Mausklick...
verfügen. Stattdessen setzen die neuen Anbieter auf einen „Limited Service“-Charakter. Dabei wird eine Eigenschaft des Hotelprodukts besonders herausgestellt, der Rest der typischen Angebotspalette eines Hotelbetriebs dagegen reduziert.

Eine Hotelgruppe auf Expansionskurs ist ja MotelBeherbergungsbetrieb, der mit einem Hotel zu vergleichen ist, jedoch in der Regel über kein Restaurant verfügt.
weiter mit Mausklick...
One, die auch aus Deutschland kommt. Wie erfolgreich sind bisher ausländische Anbieter, die den deutschen Hotelmarkt erobern wollen?

Luscher: Ein rasantes Wachstum hat sicher die B&B-Gruppe hingelegt, die Budgetkette mit französischen Wurzeln. Auch die Marke Adina, deren Muttergesellschaft in Australien sitzt, schreibt mit ihrem Longstay-Konzept eine Erfolgsgeschichte. Sonst sehe ich eher wenige Erfolgsbeispiele von ausländischen Ketten, die sich in Deutschland etablieren wollen.

Warum ist es denn so schwierig, im deutschen Hotelmarkt Fuß zu fassen?

Luscher: Das Problem in Deutschland ist für ausländische Marken die Expansion. Damit tun sie sich meist schwer. Um eine kritische Masse zu erreichen und wirklich wahrgenommen zu werden, muss eine Hotelmarke hierzulande viele Märkte gleichzeitig besetzen, in einem halben Dutzend Top-Standorten präsent sein wie Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Köln oder Düsseldorf. Viele Gruppen kommen aber in Deutschland über ein Hotel nicht hinaus. Beispiele dafür sind das Barceló in Köln oder das Sana in Berlin. Nur wenige haben es jüngst geschafft, eine wirtschaftlich sinnvolle Marktabdeckung zu erreichen. Etwa NH Hoteles: Deren Strategie, gleich eine ganze einheimische Hotelgruppe – Astron – zu übernehmen, könnte grundsätzlich ein Schlüssel zum Erfolg sein.

Wie reagieren deutsche Hoteliers denn auf die neue Konkurrenz
weiter mit Mausklick...
, die im deutschen Markt erfolgreich ist?

Luscher: Indem sie ihr ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
weiter mit Mausklick...
und Konzept anpassen und den Ansatz aufgreifen, den die expandierenden Marken haben. So setzt etwa Lindner mit seiner neuen Marke Me and All auf ein fokussiertes Produkt. Auch die Steigenberger-Gruppe hat bei ihrer Marke Intercity Hotels zuletzt nachjustiert: weg vom reinen Bahnhofshotel zu einem attraktiven zentral gelegenen Hotel mit Anbindung an einen Bahnhof oder auch einen Flughafen. Das war schon eine Aufwertung der Produktausgestaltung.

Haben die Hotelkategorien Mittelklasse und Budget bei den auf Expansion gerichteten Konzepten die Nase vorn?

Luscher: Geht man nach dem „gefühlten Wachstum“, ist die Antwort : Ja. Mittelklasse und Budget eignen sich für viele Standorte, im Gegensatz zu Firstclass und Luxus. Extrem profitable Budgetmarken sind als Vorreiter bei der Expansionswelle aufgetreten, siehe B&B oder Motel One. Dabei sind diese Konzepte auch sehr attraktiv für Investoren, was die Wachstumsmöglichkeiten weiter verbessert. Denn die Investitionskosten für diese Art Hotelobjekte sind gerechtfertigt. Und die Betreiber bieten den Immobilieneigentümern Festpachtverträge an, was die Investoren sehr schätzen.

Die Fragen stellte Marina Behre

Um Expansionsstrategien in der Hotellerie geht es auch beim Deutschen 2012 am 30. und 31. Januar im Maritim Hotel Berlin. Die Teilnahmegebühr beträgt 890 Euro für Hoteliers, 1190 Euro für Industrie/Zulieferer; AHGZ-Abonnenten, Mitglieder von FBMA, HDV
weiter mit Mausklick...
und FCSI erhalten einen RabattEs werden vier Gruppen unterschieden: Mengenrabatte, Zeitrabatte, Treuerabatte Bonusprogramme als Mischform von Mengen- und Treuerabatt.
weiter mit Mausklick...
von 100 Euro, www.hotelkongress.de

ThemenalarmKommentierenDrucken
Auch interessant

„Mein Hotel ist ein Kunstwerk“

Heinz Julen über sein Verständnis der Gastgeberrolle, seinen tiefsten Fall und die Auferstehung, über christlichen Glauben und den Mythos Hotel. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige