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Fachmakler vor Allrounder

Woran man seriöse Hotelimmobilienmakler erkennt / Spezialisierte Vermittler erste Wahl

Sinzheim. Schwarze Schafe unter Hotelimmobilienmaklern? Allzu oft kommen sie zum Glück nicht vor. Auch deshalb, so erklärt es Sven Johns, Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband Deutschland (IVD), weil – anders als bei Wohnimmobilien – der gewerbliche Markt hohe Professionalisierung verlange und sich unseriöse Makler nicht lange halten können.

Thomas Röckelein, selbst seit 20 Jahren Hotelimmobilienmakler und Inhaber von Tophotel Consultants in Sinzheim bei Baden-Baden, sagt dazu: „Das Problem ist, dass viele Kunden erst einmal keinen Fachmakler beauftragen, sondern einen für Wohnimmobilien.“ Oft gerieten sie dann noch an einen sogenannten Nachweis-Makler. Diese Makler wiesen meist nur ein oder zwei Adressen nach, manchmal nur per Post, und engagierten sich darüber hinaus nicht für ihre Kunden. Röckeleins Rat: „Entscheidend ist die fachspezifische Qualifizierung. Wer ein Hotel kaufen oder verkaufen möchte, sollte sich auf jeden Fall an einen speziellen Hotel-Fachmakler wenden.“ Er argumentiert: „Nur ein Fachmakler kann den Marktwert beurteilen. Er weiß, was in der Branche gebraucht wird und welche Objekte in welcher Region wirklich eine Chance auf Erfolg haben.“ Er empfiehlt, mehrere Makler zu kontaktieren und deren Arbeitsweise zu vergleichen, etwa danach zu fragen, welche Objekte sie in letzter Zeit verkauft haben, und sich vor allem Referenzen geben zu lassen.

Anlaufstellen für die Suche nach dem richtigen Hotelimmobilienmakler sind: Der IVD, für den Fachmakler vor der Aufnahme den Nachweis ihrer fachliche Qualifizierung erbringen müssen, weitere Immobilienmaklerverbände, der DEHOGA oder regionale IHKs. Ein guter Makler bietet neben der Inspektion des Zustandes (Gebäude, Inventar, Außenanlage) einer Immobilie die Kontrolle der relevanten Dokumente, wie Grundbucheintragungen und Grundrisse. Geprüft wird auch die betriebswirtschaftliche Situation. Auf Wunsch wird eine Wertschätzung erstellt – je nach Aufwand kostet das eine Extra-Gebühr.

Entscheidend ist die Vertragsgestaltung und die darin vereinbarte Provisionssumme, so Thomas Röckelein. Üblich seien in Deutschland 3 bis 6 Prozent der Verkaufssumme plus Mehrwertsteuer. Variationen ergeben sich je nach Region, Standort und Objektgröße. So sei in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz eine Provisionsteilung üblich, bei der Käufer und Verkäufer je 3 Prozent Provision zahlen. In Norddeutschland wiederum zahle üblicherweise der Käufer die gesamte Provision. Was jeweils „üblich“ ist, erfährt man am besten bei der regionalen IHK. red

www.hotel-consult.de

Erschienen in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Ausgabe 2010/31, Seite 9
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