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Immobilien

Das Schlimmste steht noch bevor

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/26 vom 27. Juni 2009
von

KÖLN. Das Tal der Tränen ist noch nicht durchschritten. So das Fazit des Deutschen Hotelimmobilien-Kongresses 2009 im Dorint An der Messe Köln. Nach Ansicht von Christoph Härle von Jones Lang LaSalle Hotels scheint in diesem Jahr sogar noch zaghaft die Sonne, erst die kommenden Monate würden für die Branche dramatisch. Die Realisierung von Hotelprojekten in den Jahren 2010 bis 2012 werde stark einbrechen.

Christie + Co. verzeichnet laut Manager Markus Beike bereits einen starken Rückgang der Hoteltransaktionen. Zum Jahresende rechnet Beike in Deutschland mit einem Einbruch der Zimmererlöse um 10 Prozent. Das Immobilienangebot der nächsten Monate prägten Insolvenzobjekte und Immobilien aus Portfoliobereinigungen.

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, glaubt, dass die deutsche Hotellerie erst 2010 die volle Quittung für die Krise erhalten werde. Betroffen wäre dann auch die jetzt noch stabile Ferienhotellerie. Zu einer großen Depression werde es aber voraussichtlich nicht kommen.

Eröffnet wurde der Kongress mit einem Vortrag von AHGZ-Chefredakteur Hendrik Markgraf. Er wies unter anderem darauf hin, dass zunehmende Überkapazitäten der Hotellerie Sorgen bereiteten: „Wenn die im Bau befindlichen Hotels 2011/2012 auf den Markt kommen, gewinnt der Verdrängungswettbewerb erneut an Schärfe.“ Unsolide finanzierte Projekte und Unternehmen stünden bereits unter Druck.

Opfer von Schönwetter-Kreditbedingungen müssten ihre Immobilien verkaufen, wie etwa NH Hoteles. Zu hohe Renditeversprechen und Pachten würden zum Problem, beispielsweise bei Golden Tulip. Auch versuche der eine oder andere Betreiber nachzuverhandeln oder bitte Investoren, für einige Zeit auf einen Teil der Pachterlöse zu verzichten, wie die Neue Dorint GmbH.

Markgraf wies auch auf die zum Teil ungleiche Finanzierungsgrundlage zwischen Privat- und Kettenhotellerie hin. Die Kettenhotellerie, sofern sie fonds- oder beteiligungsfinanziert ist, könne auf Zuschüsse und Nachbesserungen zurückgreifen – nicht immer zur Freude der Anleger.

Ja zu Investitionen

Optimistisch stimmte Fritz Salditt die rund 250 Kongressteilnehmer am zweiten Tag. Der Steuerberater und überzeugte Hotelinvestor rät aber nur denjenigen Anlegern, in Hotels zu investieren, die ohne große Mühe 200.000 bis 400.000 Euro Eigenkapital auf den Tisch legen und so unternehmerische Anteile erwerben könnten. Anleger in Einzelhotels oder geschlossene Immobilienfonds erwarteten seinen Angaben zufolge auch heute noch steuerliche Vorteile. „Betongold kommt wieder“, ist Salditt sicher und riet: „Lieber in Hotels investieren als in Derivaten verlieren.“

Einen Streifzug in die Vertragsgestaltung zwischen Hoteleigentümer und -betreiber moderierte Marc Werner von der Kanzlei Lovells LLP. Größte Zukunftschancen gibt er Hybridverträgen auf Pachtbasis mit mehr Rechten und Pflichten als bisher. Großes Potenzial habe auch die Dreiecksbeziehung Investor, strategischer Betreiber, Franchisegeber.

Konzeptvielfalt

Die Kreativität von Entwicklern und Betreibern bestimmte den Nachmittag des zweiten Kongresstages. Die vorgestellten Konzepte reichten von der Erfolgsgeschichte der Meininger Hotelgruppe über Pflegehotels und Hotelparks bis zu einem Konzept für Hotels in Unruhegebieten mit schusssicheren Fenstern, Sicherheitsschleusen und Panikräumen. Dem zukunftsträchtigen Thema „Saubere Hotels“ widmeten sich zwei Vorträge.

Der Deutsche Hotelimmobilien-Kongress wurde von Heuer Dialog und der Conference Group des Deutschen Fachverlags veranstaltet, zu dem auch der Matthaes Verlag gehört, der die AHGZ herausgibt. Mehr zu den einzelnen Vorträgen in den nächsten Print-Ausgaben der AHGZ.

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