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Hotellerie

Hotel-Investment lohnt sich

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/28 vom 10. Juli 2010
von  

BONN. Für ausländische Investoren sind Hotelimmobilien eine selbstverständliche Kapitalanlage, für deutsche Investoren weniger. Diese Erfahrung musste Marc Thiel machen, Vorstandsvorsitzender der Euro Ejendomme AG. Beim zweiten Hotelimmobilien-Kongress in Bonn sagte er: „Das Produkt Hotel ist deutschen institutionellen Anlegern nicht beizubringen.“

Verhaltene Resonanz

Seine im Jahr 2008 gestartete Suche nach Anlegern mit Einlagen ab 10 Mio. Euro sei hierzulande trotz konservativer Strategie mit Budgethotels und Pachtverträgen unbefriedigend verlaufen. Im Frühjahr 2009 erfolgte daher ein Neustart, inzwischen führe das Unternehmen in Asien und Großbritannien Gespräche mit Interessenten.

Drei große Projekte hat die Westfälische Grundbesitz- und Finanzverwaltung (WGF) in Arbeit, sagte in Bonn deren Vorstandsvorsitzender Pino Sergio. Allerdings sei man kein Fonds, sondern arbeite eher nach dem Prinzip der Unternehmensanleihe.

Genügend Geld für den Kauf von Hotels hat auch Ascan Kókai in der Kasse, Director Hotel Fund Management bei Invesco Real Estate. Das Unternehmen begann bereits im Jahr 2006 mit Fundraising bei institutionellen Anlegern wie Versicherungen oder Versorgungskassen.

Bis heute investierte Invesco mehr als 600 Mio. Euro – und damit mehr als 90 Prozent seines Kapitals – in 13 Hotels und vier Hotelprojekte. Der Fokus liegt auf Hotels im 3- und 4-Sterne-Bereich, auch Bestandsimmobilien gehören dazu. „Invesco schließt mit Betreibern Hybridverträge mit Mindestmiete, Garantien und Beteiligungen ab, die jährlich bewertet werden“, so Kókai.

Pachtverträge im Trend

In jede Asset-Klasse investiert HSH Real Estate/LB Immo Invest laut Senior Investment Manager Douglas Waibel. Immer mehr Betreiber ließen sich dabei gern auf Pachtverträge ein. Anlagen in die Economy-Hotellerie bewertet Waibel positiv. Für seine Anleger spiele ein eventuell für diese Kategorie anfallender erhöhter Revitalisierungsaufwand beim Exit keine große Rolle.

Geschäftsführer Dirk Feid stellte in Bonn die Strategie der Berlin Munich Hospitality Group (BMHG) vor. Sie gründete eine deutsche GmbH als Pächter von Hotelprojekten, die wiederum Franchise- oder Managementverträge mit internationalen Ketten abschließt und diesen damit Eintritt in den deutschen Markt ermöglicht. Auf diese Weise seien bereits 20 Verträge für Hotels der Marke Holiday Inn und Express by Holiday Inn unterzeichnet worden.

Die BMHG ist laut Feid mit einem Grundkapital von 2 Mio. Euro ausgestattet. Sie genügten, um die ersten zwei bis drei Hotels zu besichern. Die weitere Entwicklung würde aus eigener Kraft bestritten. Als Investor stehe die BARI-Gruppe aus München hinter der BMHG. „Hochstandardisierte Hotels im Budget- und Economy-Bereich lassen sich sehr einfach kalkulieren“, erläuterte Feid. Die Pacht liege bei 18 bis 22 Prozent des Umsatzes, die Rendite bei 7 bis 8 Prozent.

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