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Immo & mehr

Ringen um Vertragstypen

Konflikte zwischen Investor und Betreiber / Managementverträge finden neue Freunde

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/29 vom 17. Juli 2010
von

Bonn. Die Probleme zwischen Hotelinvestor und -betreiber waren ein Thema beim zweiten Hotelimmobilien-Kongress in Bonn.

„Unser aktueller Betriebsvergleich hat viele zu hohe Pachten aufgedeckt“, sagt etwa Stefan Nungesser von der Treugast Solutions Group. Doch auch die Betreiber, so Werner Doetsch, Managing Director der Westdeutschen Immobilien AG, seien nicht unschuldig am Disput zwischen den Parteien. Sie hätten den Immobilienentwicklern nach und nach Dinge aufs Auge gedrückt, die eigentlich in ihren Bereich fielen – wie Ausstattung (FF&E), Pre-Opening- und Anlaufkosten.

Wer Kredite für Hotelinvestitionen beantragt, stößt bei den Finanzierern auf unterschiedliche Ansichten. „Banken wollen Pachtverträge“, so Guido Schürken von der Kameha-Gruppe. Bettina Graef von der Aareal Bank widerspricht: „Pachtverträge bieten falsche Sicherheit. Managementverträge erlauben einen besseren Einblick in die Unternehmensentwicklung. Wir finanzieren beides.“ Auch bei einem Pachtvertrag verlange man eine FF&E-Reserve von 4 Prozent. Unterstützung erhielt sie von Doetsch: „Ich werbe schon seit zehn Jahren für den Managementvertrag.“ Axel Deitermann von der NPC Hotelentwicklung hält dagegen: „Bei Pachtverträgen sehen wir bei den Hoteliers eine hohe unternehmerische Verantwortung, auch wenn mal nachverhandelt wird.“

Schwierigkeiten bei der Finanzierung hat oft die Ferienhotellerie. Gunther Lipp von der Bayerischen Landesbank bekennt sich jedoch zu Schloss Elmau. Bei den Betreibern geht der Trend klar zu Management- und Franchise-Verträgen, wie Vertreter von Rezidor und Hilton aufzeigten. Insgesamt, so die Experten, werde sich die Markendichte intensivieren, schwache Marken in starken aufgehen. So legt Rezidor Country Inns & Suites in Europa auf Eis, und Steigenberger konzentriert sich auf zwei Marken. stau

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Roland F.W. Manke, Strande
Roland F.W. Manke, Strande

17.07.2010 um 14:40

Betreff: Pachtverträge bevorzugt

Und immer wieder trifft Wunschdenken auf die harte Realität: klar, dass überwiegend Konzerngelenkte Betreiber die Eigentümer und Investoren gern mit ins Boot nehmen wollen. Klar aber auch, dass sich diese bevorzugt handfester Pachtverträge bedienen. Wie auch immer, der Markt wird es richten. Wo auf Teufel komm raus geplant, gebaut und investiert wird und die jeweiligen Betriebe sich dann einem nicht überschaubaren Verdrängungswettbewerb ausgesetzt sehen, werden durchaus auch andere Voraussetzungen für Vertragsgestaltungen vorherrschen. Der Trend geht aber eindeutig in Richtung Pachtvertrag, zumindest bei der sehr großen Mehrheit der Betriebe. Roland Manke, Fachmakler für Hotelimmobilien, Strande