Immo & mehr
Rückkehr zur Basis
Weniger ist mehr: Investoren ziehen 2-Sterne-Hotellerie Projekten mit vier Sternen vor
Frankfurt/M. Investoren sind nach wie vor an Hotels interessiert, davon ist Alexander Trobitz, Leiter Hotel bei Dr. Lübke Immobilien in Frankfurt, überzeugt. Zwar seien zwischen 2006 und 2007 einige Hotelprojekte initiiert worden, deren Umsetzung durch die Wirtschaftskrise fraglich geworden sei. Allerdings befänden sich auch 70.000 neue Zimmer in der Pipeline. Eine im vergangenen Jahr durchgeführte Umfrage unter Investoren ergab zudem: 52 Prozent von ihnen planen weitere Zukäufe von Hotelimmobilien. „Wir erwarten aber mehr kleinteilige Investments von weniger als 50 Mio. Euro“, sagt Trobitz.
Weiteres Ergebnis der Umfrage: Der Eigenkapitalanteil der Käufer steigt. Rund 80 Prozent planen ihre Hotelinvestments mit einer Eigenkapitalquote von mehr als 20 Prozent. 11 Prozent der Investoren wollen sogar 100 Prozent Eigenkapital beschaffen, 26 Prozent legen sich auf 41 bis 50 Prozent fest.
Die beliebteste Hotelkategorie der Investoren sind 2-Sterne-Hotels. In diese wollen 71 Prozent der Befragten investieren, bei früheren Befragungen nur 42 Prozent. Eindeutiger Verlierer in der Gunst der Investoren ist das
4-Sterne-Segment. Nur noch 46 Prozent der Befragten zeigen daran Interesse, in den Vorjahren waren es noch 70 Prozent. Mehr Zustimmung als bisher finden Investitionen in Resort-Hotels, wenngleich die Businesshotellerie nach wie vor mit großem Abstand führt. Die Beliebtheitsskala bei der Standortwahl führen München, Hamburg und Düsseldorf vor Berlin und Nürnberg an. 55 Prozent der Befragten interessieren sich inzwischen auch für B-Standorte. Die mittlere Wert bei den Kaufpreisfaktoren liegt bei 1- und 3-Sterne-Hotels bei 13,5, bei 2-Sterne-Häusern bei 14, bei 4-Sterne-Häusern knapp unter 15 und bei 5-Sterne-Hotels im Schnitt bei 15. Der Faktor wird mit der Jahresnettomiete multipliziert, um den Kaufpreis zu bestimmen.
Der Hälfte der Top-10-Städte in Deutschland wird nach wie vor ein positives Investmentklima bescheinigt. Kurz- bis mittelfristig rechnen die Betreiber an allen Standorten mit sinkenden Zimmererträgen. Hamburg und München werden am besten bewertet.
Im laufenden Jahr rechnen Trobitz und sein Team mit einer leichten Belebung des Investment-Marktes. Das Interesse von Investoren und der Kettenhotellerie an B- und C-Standorten werde unprofilierte Privathoteliers vor steigende Herausforderungen durch verstärkten Wettbewerb stellen. Von Trobitz fasst zusammen: „Es findet eine Rückkehr zu den Basics des Hotelinvestmentmarktes statt: Standort, Betreiber, Konzept.“
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