Deutscher Hotel-Immobilienkongress
Umweltfreundlichkeit in Hotels wird zum Muss
Stuttgart. Die in Deutschland geplante Abschaltung von Atomkraftwerken und die Nutzung alternativer Energiequellen haben das Thema Energiesparen noch mehr in den Vordergrund gerückt.
Das wirkt sich auch auf Immobilien aus: Energieeffiziente Bauweisen, die Verwendung ressourcenschonender Materialien und das Nachrüsten von bestehenden Bauten unter energetischen Gesichtspunkten werden immer wichtiger. Wie „grün“ ihr Gebäude ist, lassen sich Immobilienbesitzer dabei zunehmend durch entsprechende Gebäudezertifizierungen dokumentieren.
„Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im Hotelimmobiliensektor an Bedeutung“, sagt Lukas Hochedlinger, Manager Business Development Austria & CEE bei Christie + Co. Studien aus Europa und den USA zufolge bevorzugten Gäste mittlerweile nachhaltige Hotels und seien sogar bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Olaf Steinhage von der Hospitality Competence Berlin GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick... (hcb) geht davon aus, dass Kaufentscheidungen für oder gegen eine Immobilie zukünftig von Nachhaltigkeitsaspekten abhängiger sein werden als bisher.
Qualität nachweisen
Besonders für die KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
weiter mit Mausklick...- und personalintensiven Hotelimmobilien gehobener Kategorien sei es wichtig, sie so zu planen, dass Einsparungen im operativen Bereich über ihren Lebenszyklus betrachtet im Vordergrund stehen. „Wer hier beispielsweise auf die Funktionalität der Materialien und des Designs achtet sowie wasser- und energiesparende Technik und Bauweise bevorzugt, hat langfristig bessere Karten“, rät er.
Um dem Thema Nachhaltigkeit auch offiziellen Charakter zu verleihen, gibt es seit einiger Zeit Zertifizierungen für nachhaltige Immobilien. Das wohl älteste Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen ist BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method), das 1990 in Großbritannien entwickelt wurde.
Auch das amerikanische Gütesiegel LEED (Leadership in Energy and Environmental Design), entwickelt vom U.S. Green Building Council (USGBC), ist am Markt stark etabliert. Es unterscheidet die Immobilien in „zertifiziert“, „Silber“, „Gold“ und „Platin“. In Österreich hat die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) und in Deutschland die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erstmals Hotelimmobilien zertifiziert. DGNB funktioniert nach einem Punktesystem. Das neue Scandic-Hotel am Potsdamer Platz in Berlin wurde als Deutschlands erstes Hotel mit dem DGNB-Nachhaltigkeitszertifikat ausgezeichnet.
Immobilieninvestoren wissen in der Regel über diese Gütesiegel Bescheid, wobei der BekanntheitsgradProzentualer Anteil potenzieller Kunden oder Gäste, die eine Leistung, eine Marke oder ein Unternehmen kennen.
weiter mit Mausklick... der Gütesiegel vom Standort der Immobilie und dem Herkunftsland des jeweiligen Investors abhängt. Inzwischen gewinnt die ZertifizierungVerfahren zur Einhaltung bestimmter Standards für Produkte oder Dienstleistungen.
weiter mit Mausklick... bereits bei Transaktionen und Bewertungen an Bedeutung. „Wir beobachten dies vor allem bei institutionellen Investoren, die strengen Vorgaben für Corporate Social Responsibility folgen“, weiß Hochedlinger.
Standards anpassen
Gegengerechnet müssten, so Steinhage, die Vorteile der nachhaltigen Gebäude aber nicht nur mit vermutlich höheren Baukosten, sondern auch mit den Kosten für Zertifizierungen. Er verweist dabei auf eine Gegenüberstellung aus dem Buch „Zertifizierungssysteme für Gebäude: Nachhaltigkeit bewerten“ aus dem Jahr 2010. Demnach kostet die Zertifizierung für 5000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche nach BREEAM beispielsweise 2910 Euro, nach DGNB 11.100 Euro und nach LEED 3404 Euro. Während die Zertifizierungspreise bei LEED und DGNB nach Größe des Objekts weiter wachsen, bleiben die für BREEM einheitlich und mit Abstand am niedrigsten.
Für welche Zertifizierung sich ein Eigentümer entscheidet, ist für die Betreiber bisher nicht die dominierende Frage. „Wir schreiben Franchisenehmern nicht vor, mit wem sie zusammenarbeiten sollen, sagte Martin Bowen, Vice President Entwicklung Kontinentaleuropa bei der Intercontinental Hotels Group (IHG), bei der Expo Real. IHG arbeite aber seit vielen Jahren mit LEED zusammen.
Accor setzt unterdessen auf das DGNB-Siegel. Für die standardisierten Marken Etap und Ibis hat der französische KonzernZusammenschluss mehrerer rechtlich selbstständiger Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit unter einer einheitlichen Leitung die verbundenen Unternehmen werden als Konzernunternehmen bezeichnet .
weiter mit Mausklick... bereits für Neubauten die Merkmale so angepasst, dass eine Zertifizierung schnell und günstiger möglich ist.

