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Umarmung oder Würgegriff: Ein engagierter Geldgeber ist beim Hotelbetreiber nicht immer beliebt Foto: Colourbox

Immobilien

Ungeliebte Nähe

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/3 vom 16. Januar 2010
von  

sTUTTGART. Während sich für Einzelhotels und -projekte auch im Krisenjahr 2009 oft noch Käufer fanden, kamen die großen Portfolio-Transaktionen fast zum Erliegen: Für die ersten neun Monate 2009 verzeichnete Jones Lang LaSalle Hotels (JLLH) europaweit 80 Prozent weniger Großverkäufe als im Vorjahreszeitraum. Dieser Einbruch schlägt sich auch im Verhältnis von Investoren und Hotelbetreibern nieder.

Die großen Fonds zeigen sich extrem risikoscheu. Geld wollen sie fast nur in betreiberfreie Hotelimmobilien oder in Häuser mit fixem Pachtvertrag stecken. Den von vielen großen Betreibergesellschaften favorisierten Managementverträgen dagegen zeigen Investoren zurzeit die kalte Schuler. Die Private-Equity-Firmen, die in den Boomjahren mit einem hohen Anteil an Fremdkapital in großem Stil Hotelimmobilien einkauften, haben sich nach Verlusten aus dem Markt zurückgezogen.

Giuliano Guerra von Travel Charme Hotels & Resorts sieht sich trotzdem in der Lage, zu expandieren – dank der festen Zusammenarbeit mit einem Investor, der die Hotels als langfristiges Investment sieht. „Wir schließen keine Pachtverträge, sondern Hybridverträge. Investor und arbeiten in unserem Fall schon sehr lange zusammen und teilen sich das Risiko“, sagt er.

Wenn ein Investor ein Projekt in Erwägung zieht, verlangt er inzwischen in der Regel mehr Mitspracherechte als vor der Krise – auch im operativen Hotelgeschäft, was Betreibern oft ein Dorn im Auge ist. Jochen Schäfer-Suren, bei der Fondsgesellschaft Invesco zuständig für Hotelinvestments, verweist auf sein Unternehmen: „Wir haben sechs Leute, die nichts als Hotels machen.“ Viele Hoteliers fürchten auch weniger die Profis als vermögende Privatinvestoren, die manchmal der bessere Hotelier sein wollen.

Die Frage, woran Investoren in der Hotellerie scheitern, beantwortete Christoph Härle von JLLH in einer Diskussionsrunde bei der Expo Real in München wie folgt: „Die Lage des Hotels muss stimmen, sonst hilft mir das schönste Produkt der Welt nicht.“ beh

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