Marktdaten

Balance ist wichtig:  „Wenn die Mitarbeiter zu viel arbeiten und zu wenig Zeit für ihre eigenen Interessen haben, werden sie auf Dauer unglücklich“, sagt George Wyrwoll, HR-Experte bei Sodexo.

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Umfrage

Arbeitnehmer wünschen sich mehr Freizeit

5. März 2016

FRANKFURT/MAIN. „Ich brauche mehr Zeit für mich!“ – 36 Prozent der deutschen wollen weniger arbeiten und mehr Freizeit. Zu diesem Ergebnis kommt das „Sodexo Beziehungsbarometer“, das 1000 deutsche Arbeitnehmer nach ihrer Beziehung zum Arbeitgeber befragte. Im Fokus der des Anbieters für betriebliche Sozialleistungen und Incentives stand diesmal die gemeinsame Zeit, die Chef und Mitarbeiter miteinander verbringen. Das Fazit: In jeder Beziehung ist es wichtig, miteinander zu reden und einander Gesellschaft zu leisten. Doch ab und an bedarf es auch einer Auszeit, um sich auf die individuellen Interessen zu konzentrieren – ein wenig mehr an persönlichem Freiraum.

Laut der Umfrage investieren die deutschen Arbeitnehmer viel Zeit in ihre Beziehung zum Arbeitgeber. 49 Prozent der Befragten arbeiten mindestens 40 Stunden die Woche. Etwa jeder fünfte Arbeitnehmer verbringt sogar mehr als 40 Stunden wöchentlich am Arbeitsplatz. Die Männer sammeln hier die meisten Stunden. Während 26 Prozent der Männer mehr als 40 Wochenstunden arbeiten, sind es bei den Frauen nur 11 Prozent. Diese dominieren klar den Teilzeitbereich – 61 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten mit weniger als 40 Wochenstunden sind Frauen. Und: Je weniger Wochenstunden, desto höher der Frauenanteil. Bei maximal 30 Wochenstunden sind nur noch ein Viertel der Arbeitnehmer Männer.

Zuneigung geht über Ausgleich

Eine Beziehung ist nur dann glücklich, wenn jeder das Gefühl hat, ausreichend Zeit für sich selbst zu haben. Genau dasselbe gilt natürlich auch am Arbeitsplatz. Etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer, 52 Prozent, sind auch durchaus zufrieden mit ihren Arbeitsstunden. Besonders Arbeitnehmer mit 20 Wochenstunden geht es mit der Regelung sehr gut und sie zeigen sich mit 58 Prozent am zufriedensten von allen Arbeitnehmern. Wer jedoch wöchentlich mehr als 50 Stunden arbeiten muss, hat kaum noch Zeit für sich selbst. Nur 48 Prozent dieser Arbeitnehmer sind zufrieden.

Insgesamt 57 Prozent aller Arbeitnehmer mit weniger als 40 Wochenstunden können sich vorstellen mehr zu arbeiten, aber der Arbeitgeber lässt das nicht zu. 36 Prozent aller Arbeitnehmer würden jedoch gern weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Ihr Wunsch scheitert allerdings an den Vorstellungen ihrer Arbeitgeber – oder an einem zu niedrigen Einkommen bei einer reduzierten Stundenzahl. So bemängeln auch 36 Prozent aller Befragten, dass sie durch den Job kaum noch Zeit für ihre privaten Interessen haben. Naturgemäß wächst dieser Anteil, je mehr Wochenstunden beim Arbeitgeber verbracht werden.

„Wenn die Mitarbeiter zu viel arbeiten und zu wenig Zeit für ihre eigenen Interessen haben, werden sie auf Dauer unglücklich“, sagt George Wyrwoll, Unternehmenssprecher und HR-Experte. „In einer gesunden Beziehung bedarf es eines Gleichgewichts und das sieht natürlich für jeden anders aus. Daher müssen sich auch die Vergütungs-Strukturen in den Unternehmen stärker an den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter orientieren. Während einige Mitarbeiter zusätzliche Freizeit besonders motiviert, sorgen steuervergünstigte Incentives wie Tank- oder Essensgutscheine bei anderen für eine überproportionale Lohnerhöhung und zeigen damit Wertschätzung und Anerkennung für den Arbeitseinsatz. Unternehmen können auf diese Weise sehr viel für die Motivation der Beschäftigten erreichen.“

Austausch schafft Verbundenheit

Für eine glückliche Beziehung reicht es nicht aus, wenn Partner einfach nur Zeit miteinander verbringen. Auch in nächster Nähe kann man sich auseinanderleben, wenn keine Kommunikation stattfindet. Am Arbeitsplatz gilt das ebenso: Ein Nebeneinanderher-Leben führt schnell zum Tod der Beziehung, wenn kein richtiger Austausch zwischen Chef und Mitarbeitern stattfindet. Über ein Drittel aller Befragten, 34 Prozent, haben höchstens ein- bis zweimal im Monat persönlich Kontakt mit ihrem direkten Vorgesetzen – 13 Prozent treffen ihn oder sie sogar überhaupt nicht. Immerhin 44 Prozent sprechen ihren Chef ein oder mehrmals die Woche. Allerdings sind nur 22 Prozent in der glücklichen Position einen regelmäßigen Austausch mit ihrem Vorgesetzten zu pflegen und stehen jeden Tag mit ihm im Kontakt.

„Führungskräfte müssen auf jeden Fall den Kontakt zu ihren Mitarbeitern pflegen“, so George Wyrwoll. „Dies gehört zu einer wertschätzenden Arbeits- und UnternehmenskulturEvolutorisch gewachsenes System oder "Set"von Normen, Wertvorstellungen, Denkkategorien, Einstellungen und Handlungsmuster, die einem Unternehmen zu einem bestimmten Betrachtungszeitpunkt den unverwechselbaren, von anderen Unternehmen eindeutig abgrenzbaren und unterscheidbaren Charakter sowie Stil geben.
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einfach dazu. Der Austausch schafft Nähe und Verbundenheit und gibt dem Chef eine Gelegenheit, seine Mitarbeiter zu bestärken.“ red/brg


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