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Johanna Füllgraf: „Mitarbeiter, die für das Unternehmen denken und handeln dürfen, tun der Arbeitgebermarke gut.“

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Employer Branding

Die Mitarbeiter stärker in den Fokus stellen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2016/7 vom 20. Februar 2016
von

Frau Füllgraf, welche neuen Impulse würden Sie der Hotel- und Gastronomiebranche beim Employer BrandingAuf einer Markenstrategie basierende interne und externe Positionierung eines Unternehmens bzw.
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Füllgraf: Hotellerie und Gastronomie wollen viel: billige Arbeitskräfte, Bereitschaft zur Schichtarbeit, Arbeiten an Sonn- und Feiertagen – und was ist der Gegenwert? Geringe Gehälter, aber noch viel schlimmer: zu wenig bis gar keine Wertschätzung. Ich kenne einige Hotel- und Gastronomiebetriebe, die das auch zugeben. Die Ausbildung besteht aus monatelangem Bettenmachen und Toilettenreinigen – sprich billigen Arbeiten. Wenn ich Menschen für mich und mein Unternehmen gewinnen möchte, dann muss ich auch etwas bieten. Und hier tut sich diese Branche sehr schwer. Und bitte, damit Sie mich nicht falsch verstehen, ich meine mit „bieten“ nicht hohe Gehälter, sondern Möglichkeiten der Mitgestaltung oder spannende Herausforderungen, Ideenentwicklung und Planen von Veranstaltungen, von Events, von Gerichten für die Speisekarten und vieles mehr.

Was sollten die Betriebe als erstes tun, um die dringend benötigten neuen Mitarbeiter zu finden?

Füllgraf: Die Mitarbeiter stärker in den Fokus stellen, sie tatsächlich als wichtigstes Gut erkennen. Gute Mitarbeiter, motivierte Mitarbeiter, Mitarbeiter, die für das Unternehmen denken und handeln dürfen, tun der Arbeitgebermarke gut. Sie sichern dem Unternehmen das Fortbestehen, lange Kundenbeziehungen und ganz wichtig: So etwas spricht sich auf dem Bewerbermarkt auch schnell herum.

Was sind Ihrer Erfahrung nach für Mitarbeiter die wichtigsten positiven Kriterien in einem Hotel- oder Gastro-Betrieb?

Füllgraf: Hotellerie und Gastronomie sprechen eindeutig eine eigene Sprache. Diese Branche lässt sich so schnell nicht mit anderen vergleichen. Im Handel sehe ich meine Ergebnisse, im Krankenhaus bekomme ich mal einen dankbaren Blick. In Hotellerie und Gastronomie dagegen handelt es sich um nicht immer höfliche Kunden mit hohen Erwartungen, hier brauche ich ganz andere Mitarbeiter. Müssen das tatsächlich Hotelfachleute sein? Oder stehen kundenorientiertes und unternehmerisches Handeln im Vordergrund? Das heißt, ich habe als Mitarbeiter hier enormen Gestaltungsspielraum – wenn ich gestalten darf. Dann können auch die positiven Seiten zum Tragen kommen: Ich lerne Menschen unterschiedlicher Länder und Kulturen kennen – wie toll ist das denn! In der Regel ist der Zusammenhalt groß, man bekommt Essen und Getränke sozusagen frei auf den Tisch und man wird in dieser Branche nie arbeitslos.

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