Menschen
Schlossherrin am Herd
von Christoph Aichele
Ich bin eine Schafferin. Und ich freue mich jeden Morgen auf einen neuen Arbeitstag“, sagt Heike Schnur. Der Inhaberin des Hotel-Restaurants Schloss Neckarbischofsheim im Kraichgau wird es nie langweilig: Das Haus mit seinen 30 romantischen Zimmern ist ein bevorzugter Ort für Tagungen und Familienfeiern. Im benachbarten Rittersaal des Alten Schlosses wird an fast jedem Wochenende geheiratet. Die Frischvermählten übernachten gern in der Hochzeitssuite des Hotels. Vorher wird gefeiert, gespeist und getrunken. Und Heike Schnur läuft zur Hochform auf.
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Die Saarländerin, geboren 1965, ist gelernte Köchin und Küchenmeisterin. Sie arbeitete in Sheraton-Hotels in München, außerdem in der Schweiz und an der Ostsee. 1995 übernahm sie im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt die Weinstube am Stadtgraben. Seitdem lebte sie fast nur für ihren Beruf, das Privatleben stand an zweiter Stelle. „Gastronomie, das muss man eben mit Leib und Seele machen“, beschreibt Schnur ihre Einstellung zum Beruf, an der auch zwei Bandscheibenvorfälle nichts änderten. Eine AnzeigeWerbemittel.
weiter mit Mausklick... in der AHGZführte sie im Jahr 2003 als Pächterin ins Schloss Neckarbischofsheim. „Ich habe mich damals spontan in das Haus verliebt, hatte richtig Schmetterlinge im Bauch“, erzählt die leidenschaftliche Köchin, die den Quereinstieg in die Hotellerie wagte. „Ich habe die Materie intensiv studiert, habe viele Fachbücher gelesen.“
Als Heike Schnur in Neckarbischofsheim anfing, erleichterten zwei treue Mitarbeiter aus Stuttgart den Start. Sie gehören bis heute zum zehnköpfigen Team, das durch fünf Aushilfen verstärkt wird. „Ich kann streng sein, bin aber immer gerecht“, beschreibt Schnur, die eigentlich mal Krankenschwester werden wollte, ihren Führungsstil. Selbstverständlich ist es für sie, dass ab und zu gemeinsam gefeiert wird und dass anfallende Überstunden abgebaut werden. Das gute Arbeitsklima hat sich herumgesprochen: RestaurantleiterEndverantwortlicher für die gesamten Abläufe des Servicebereichs im Hotel oder Restaurant.
weiter mit Mausklick... und Verwalter des mit 1500 Flaschen bestückten Weinkellers ist Johannes Velten, früher SommelierBerufsbezeichnung für Mitarbeiter, der in einem Restaurant den Inhaber und die Gäste hinsichtlich des Weinangebots des Hauses berät.
weiter mit Mausklick... bei Lothar Eiermann im Wald-&Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen.
120 Sitzplätze hat das Restaurant im Schloss Neckarbischofsheim, dazu kommen weitere 120 Plätze auf der Terrasse mit Blick in den Park. Ein ordentliches Pensum, das Schnur mit ihrer Mannschaft zu bewältigen hat, doch Kochen ist echte Herzenssache für die Inhaberin des Hotel-Restaurants. „Ich kann vieles zaubern“, sagt sie verschmitzt, was offenbar gelingt. Wegen ihrer schwäbisch-badischen Küche, vor allem aber wegen ihres legendären Rostbratens hat sie viele Stammgäste und gute Kritiken in Gastroführern.
In Neckarbischofsheim hat die Köchin ihre Erfüllung gefunden. Zumal die Selbstständigkeit als Pächterin ihr Ding ist. „Ich habe alle meine Ziele erreicht“, bekennt die 47-Jährige, deren Vertrag im April 2013 ausläuft. Dann soll erstmal Schluss sein mit dem geliebten Job, so schwer das fällt. Erst kürzlich hat Schnur geheiratet. „Ich muss mich auch mal um meinen Mann kümmern“, kündigt sie an. Indessen sucht Schlosshotel-Eigentümer Heinrich Schäfer nach einem neuen Pächter. Rostbratenkompetenz ist erwünscht, aber nicht Pflicht.


