Persönliches
„Gastfreundschaft ist stärker ausgeprägt“
Der Schweizer Generaldirektor des Raffles The Plaza in Singapur, Thomas B. Meier, über seine Erfahrungen in der asiatischen Hotellerie
Der Stadtstaat Singapur investiert zur Zeit erheblich in den Sektor Tourismuswirtschaft. Internationale Veranstaltungen und Top-Events bringen Singapur ein weltweites Presse-Echo ein. „Unser Ziel ist es, noch mehr Stop-over-Touristen für einen zwei bis drei Tage währenden Aufenthalt zu gewinnen“, sagt Thomas B. Meier, Generaldirektor im Raffles The Plaza der
Seit nunmehr zehn Jahren ist Meier in Asien beruflich tätig. 1995 absolvierte der 36-jährige Schweizer die Hotelfachschule Lausanne mit dem Diplom für Hotelmanagement und wagte anschließend sofort den großen Sprung ins kalte Wasser beziehungsweise in den Himalaya: Er übernahm die Aufgabe, das in der Voreröffnungsphase befindliche Durbar Hotel in Kathmandu/Nepal erfolgreich auf dem – vorwiegend japanischen – Markt zu positionieren und ein Jahr nach Eröffnung an ein einheimisches Management zu übergeben. Nach kurzem Zwischenstopp in Zürich, wo er im Auftrag eines Schweizer Bankhauses junge Führungskräfte für Tätigkeiten in Asien schulte, zog es Meier selbst wieder dorthin.
Von Februar 1998 bis Januar 2000 übernahm Meier als Resident Manager die Leitung des Amari Airport Hotel in Bangkok und wechselte in direktem Anschluss ab Februar 2000 nach Kambodscha ins Raffles Hotel Le Royal Phnom Penh – zunächst als Hoteldirektor und danach als Generaldirektor.
Seit November 2002 ist Meier für Raffles in Singapur tätig, wo er zunächst für das Swissôtel The Stamford und seit nunmehr zwei Jahren für das Raffles The Plaza als Generaldirektor verantwortlich zeichnet.
Was macht den wesentlichen Unterschied aus zwischen einer Tätigkeit als Hoteldirektor in Asien und einer vergleichbaren Position in Europa? Diese Frage stellten wir Thomas B. Meier bei unserem Besuch in seinem Hause. „Der Hauptunterschied liegt in der Größe“, lautet seine Antwort. „Das Raffles The Plaza beispielsweise hat 769 Zimmer, das zum selben Gebäudekomplex zählende Swissôtel The Stamford 1262 Zimmer. „Das sind zusammen mehr als 2000 Zimmer. Hinzu kommen zusammen 18 Restaurants und Bars, ein 7500 Quadratmeter großes Konferenzzentrum sowie der größte Spa in Asien mit 35 Behandlungsräumen und über 100 verschiedenen Anwendungen. Insgesamt beschäftigen wir rund 1550 fest angestellte Mitarbeiter. Das sind schon andere Dimensionen als in good old Europe“, sagt Meier.
Ein weiterer besonderer Reiz seiner Tätigkeit liege darin, dass der Geist der Gastfreundschaft hier vergleichsweise stärker ausgeprägt sei. „Die Asiaten haben eine natürliche Freundlichkeit dem Gast gegenüber“, so Meier. Wie er weiter erläutert, stammen rund 40 Prozent der Gäste im Raffles The Plaza aus dem Business-Bereich und besuchen das Haus regelmäßig ein bis zweimal monatlich zu geschäftlichen Veranstaltungen. „Die individuellen Wünsche und Bedürfnisse solcher Stammgäste werden von uns gespeichert und selbstverständlich erfüllt“, so der Generaldirektor. „Dementsprechend wird unser Personal gebrieft. Schulungen finden regelmäßig statt.“
Meier selbst war in den vergangenen Monaten vorrangig mit zwei wesentlichen Projekten beschäftigt: Erstens mit der „Soft“-Renovierung von insgesamt 750 Zimmern, die bereits 2003 begonnen hatte und mittlerweile abgeschlossen ist, und zweitens mit den Planungen und Trainingsprozessen, die zum Ziel haben, den prestigeträchtigen „Singapore Quality Award “ zu erringen.


