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Thomas Borst: In vielen Netzwerken integriert Foto: Petra Mewes

Interview: Thomas Borst

„Stehvermögen ist gefragt“

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/25 vom 19. Juni 2010

Wie ist die Personalsituation im Hotel im Sachsenpark?

Borst: Bei uns sind 25 Mitarbeiter angestellt, alle in Vollzeit. Bis auf die Azubis haben alle eine abgeschlossene Ausbildung in einem gastronomischen Beruf. Auch Seiteneinsteiger haben eine Chance, aber im Moment sind es ausschließlich Profis aus der Branche. Im Housekeeping arbeiten wir mit einem Dienstleister zusammen.

Wie wichtig ist in Ihrem Haus das Thema Ausbildung?

Borst: Wir nehmen jedes Jahr Azubis auf. Zurzeit lernen bei uns zwei Köche und zwei Hotelfachleute. Die Zahl geeigneter Bewerber mit den erforderlichen Voraussetzungen geht allerdings drastisch zurück. Da passt es gut, dass wir mit überbetrieblichen Ausbildungsträgern kooperieren. Die schicken ihre Schüler zum Praktikum zu uns.

Wie läuft die Zusammenarbeit?

Borst: Wir machen damit bereits seit einigen Jahren gute Erfahrungen. Diese Ausbildungsträger bereiten ihre Schüler gezielt vor und nehmen uns damit viel Arbeit ab. Ich sehe darin sogar noch Potenzial für die Zukunft. Vielleicht löst das Modell eines Tages sogar die klassische Ausbildung ab.

Welche Chancen haben Azubis nach der Lehre bei Ihnen?

Borst: Sehr gute! Wir übernehmen jetzt wieder zwei Köche, einen eigenen Azubi und einen „Überbetrieblichen“. Wir bieten ihnen einen Einstieg in den Berufsalltag, dann sehen wir gemeinsam weiter. Wir haben zum Beispiel einen Koch, der sehr bodenständig ist und seit seiner Ausbildung bei uns arbeitet.

In Kettenhotels gibt es oft langfristige Karrierepläne. Welche Aufstiegsmöglichkeiten bieten Privathoteliers?

Borst: Vorgegebene Karrierepläne gibt es nicht. Ich bin aber in vielen Netzwerken integriert, wo wir uns gegenseitig über freie Stellen informieren. Das funktioniert zum Teil sogar im internationalen Rahmen, zum Beispiel über das Leonardo-Programm des Europa-Hauses. Die mittelständische Privathotellerie ist nun mal anders geprägt. Sicher können gute Leute nachrücken, wenn die Stelle eines Abteilungsleiters frei wird, aber bei uns ist insgesamt eine andere Flexibilität gefragt. Alle unsere Führungskräfte arbeiten auch weiterhin im operativen Geschäft mit.

Gibt es im Hotel im Sachsenpark einen festen Aus- und Weiterbildungsplan?

Borst: Jeder neue Mitarbeiter nimmt an einer Basis-Schulung teil. Ansonsten nutzen wir in erster Linie Angebote von Verbänden oder Bildungsträgern zur Qualifizierung. Das reicht vom gemeinsamen, gezielten Besuch der ITB in Berlin bis hin zu Wein- oder Cocktailschulungen, Exkursionen und gemeinsamen Ausflügen.

Welchen Rat geben Sie jungen Leuten, die in der Hotellerie weiterkommen wollen?

Borst: Die Ausbildung ist das Warm-up, die Basis fürs Berufsleben. Junge Leute brauchen Vorbilder, ein Ziel vor Augen und Stehvermögen, um ihre Sache durchzuziehen. Unsere Branche ist kein Mädchenpensionat. Durch die eng verzahnte Zusammenarbeit der Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen gibt es natürlich auch Reibungspunkte. Da darf man vor Problemen nicht davonlaufen, sondern muss sich behaupten. Und das kann man durchaus lernen.

Die Fragen stellte Petra Mewes

www.sachsenparkhotel.de

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