Schulen (19) Landesberufsschule Villingen-Schwenningen
Alles andere als ein Massenbetrieb
Jährlich verlassen rund 2500 Auszubildende die Schule als Köche, Restaurant-und Hotelfachleute, Hotelkaufleute oder Fachleute für Systemgastronomie
VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Viele Ehemalige arbeiten heute weltweit in den ersten Häusern der Branche. Die Rede ist von der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe (LBS) in Villingen-Schwenningen. Seit 1963 haben hier mehr als 110.000 angehende Fachgehilfen, Köche, Restaurant-und Hotelfachleute sowie Hotelkaufleute hier die theoretischen und praktischen Grundlagen ihres Berufes vermittelt bekommen. Trotz dieser Zahlen stimmen Lehrer und Absolventen überein, dass eine individuelle Betreuung gewährleistet ist.
Individualität trotz Größe
Hier unterrichten knapp 60 technische Lehrer und wissenschaftliche Lehrkräfte die Schüler in allem, was sie im späteren Berufsleben brauchen. Überdurchschnittlich engagierte Lehrer und moderne, praxisgerechte Unterrichtsräume tragen entscheidend zum Renommee der Landesberufsschule bei. „Die Kolleginnen und Kollegen verfügen über vielfältige Unterrichts- und langjährige Praxiserfahrungen, was der Qualität des Unterrichts entscheidend zugute kommt“, sind sich Schulleiter Harald Sell und sein Stellvertreter Wolfgang Lämmle einig. Besondere Stärke: der Einsatz der technischen Lehrer sowohl im praktischen als auch im fachtheoretischen Bereich, also die Vermittlung quasi aus einer Hand.
Zum fachspezifischen Unterricht zählen, je nach der gewählten Ausbildungsrichtung, etwa gastorientiertes Handeln, ein Technologiepraktikum Küche und Service sowie Fachrechnen für Warenwirtschaft.
Große Bedeutung für die Mobilität der Auszubildenden auf dem europäischen Arbeitsmarkt wird auch dem Schüleraustausch mit befreundeten Partnerschulen in Frankreich, Italien und Ungarn beigemessen. Aufgenommen werden die Schüler in drei Blöcken, bei deren Einteilung größtmögliche Rücksicht auf die Belange der Betriebe genommen wird.
Zur Schule gehört das Internat mit rund 600 Plätzen, das in jüngster Zeit um einen ansprechenden Neubau mit Zweibettzimmern erweitert wurde, und dessen Altbau gerade auf modernen Stand gebracht wird. Das Internat steht nicht nur für gute Unterbringung und Verpflegung, es bietet auch ein umfassendes Freizeitangebot, das von Sport über Tanz bis hin zu Sprachkursen reicht. Überhaupt steckt der Schwarzwald-Baar-Kreis als Schulträger hohe Summen in den Ausbau der Schule, welche der Landrat Karl Heim bei offiziellen Anlässen gerne als „Juwel“ bezeichnet.
Immer am Ball bleiben
Schulleiter Harald Sell, der vor zwei Jahren die Kommandobrücke von Herbert Motz übernommen hat, hat sich die Sanierung und den Ausbau des Hauses auf seine Fahnen geschrieben. Der Mann, von der Ausbildung her Bauingenieur, weiß genau: „Wer ganz oben mitspielen will, der muss immer am Ball bleiben“, wie es der Oberstudiendirektor formuliert. Ihm zur Seite stehen Wolfgang Lämmle, ein Stellvertreter mit viel Erfahrung und Branchenkenntnissen, und ein Schulleitungsteam, das alle Herausforderungen meistert.
Außer dem Berufsschulunterricht werden IHK-Meisterkurse durchgeführt und vielfältige Wettbewerbe für den gastronomischen Nachwuchs organisiert. Joachim Siegel
www. hoga-vs.de



