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Jetzt auch kompetent beim Thema Wein: Kati Gumbel mit Sommelier Halin Alijaj Foto: Michael Sudahl

Ausbilder im Handumdrehen

Akademie ermöglicht Eignungsprüfung in fünf Tagen / Komprimierter Lernplan kommt den Prüflingen entgegen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/6 vom 4. Februar 2012
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STUTTGART/HEIDELBERG. Für Kati Gumbel musste es schnell gehen. Weil das Hotel, in dem die 33-Jährige als Assistentin der Geschäftsführung arbeitet, im Oktober 2011 eröffnete, gab es viel Organisatorisches zu erledigen. Zeit, um noch drei Wochen lang parallel eine Fortbildung für den Ausbildereignungsschein (Ada-Schein) zu absolvieren, war nicht drin. Nötig war der Schein trotzdem, denn das Midori in Dossenheim bei Heidelberg will von Beginn an ausbilden.

Die Lösung war ein fünftägiges Kompaktseminar bei Carriere & More. Die Nürnberger Weiterbildungsakademie hat bundesweit zehn Standorte. Gumbel entschied sich für ein Angebot in Mannheim. Für 345 Euro verspricht die Akademie den maximal 16 Teilnehmern, sie binnen einer Woche fit für die Ausbildereignungsprüfung zu machen. Zum Vergleich: ein Kurs der IHK Rhein-Neckar kostet 520 Euro (zuzüglich 110 Euro für Lehrmittel) und dauert rund doppelt so lang. Standortleiterin Claudia Thetard erklärt, warum die Besteherquote trotzdem bei fast 100 Prozent liegt: „Alle Inhalte des Lernplans haben wir komprimiert und in einem Script strukturiert.“ In der Schulung würden Lernmethoden angewendet, die über den Frontalunterricht hinaus gehen. Gemeint ist etwa der Einsatz visueller und auditiver Lernmaterialien.

Auch legt man bei Carriere & More Wert darauf, mit Prüfungsängsten positiv umzugehen. „Etwa, indem betroffene Teilnehmer im Seminar einen Fahrplan erarbeiten wie der Prüfungstag ablaufen kann,“ sagt Gumbel. Diesen dann gedanklich täglich abzurufen und zu durchlaufen, bringe Sicherheit und nehme die Angst vor dem Versagen. „Am besten geholfen hat mir das Lernen mit Lernkarteien“, beschreibt Gumbel ihre Methode, sich auf die Ada-Prüfung vorzubereiten. Gastro-Trainerin Stephanie Grande nennt ein anderes Beispiel, wie sich Lernstoff ins Langzeitgedächtnis eingräbt: „Um etwa das Thema Sozialkompetenz aufzubereiten, arbeiten wir in Gruppen und visualisieren auf dem Flipchart die Ergebnisse.“ Durch Arbeiten mit dem Stoff prägte sich dieser effektiver ein als nur durch Lesen oder Hören. Denn Forscher haben herausgefunden, dass die Merkquote gestaffelt ist: Menschen behalten durch Lesen zehn Prozent, durch Hören 20, durch Sehen 30, durch Hören und Sehen 50 Prozent des Lernstoffes. Durch eigenständiges Erklären bleiben hingegen 70 und durch selber Tun 90 Prozent im Gedächtnis haften. Schließlich helfe es, die Skripte dort aufzuhängen, wo man sich entspannt: Etwa im heimischen Wc oder gegenüber der Couch, wie Thetard verdeutlicht.

Ein weiterer Tipp zum schnellen Lernen ist die Konzentration auf ein Thema pro Tag. Wer sich abends mit der Unterweisungsprobe beschäftigt, sollte anschließend nicht noch rechtliche Grundlagen pauken, lautet ein Hinweis zur Fokussierung. „Auch lassen sich trockene Fakten besser merken, wenn sie als Episode möglichst mit persönlichem Bezug erfasst werden, statt als blanke Stichworte ohne Zusammenhang“, liefert Thetard einen abschließenden Tipp.

Auch bei Kati Gumbel hat das schnelle Lernen geklappt. Inzwischen sind zwei Azubis eingestellt, um die sich die Hotelkauffrau kümmert.

Michael Sudahl www.schneller-schlau.de




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