Ausbildung
Azubis schieben Frust
STUTTGART. Der Groll sitzt bei manchem Azubi tief. Lehrlinge ärgern sich über freie Tage und Urlaub „unter Vorbehalt“. Das Gehalt landet nicht immer wie vereinbart am Monatsende auf dem Konto. Schlimmer noch aber wiegen verbale Attacken von Vorgesetzen, die nicht fachlich kritisieren, sondern ins Persönliche abdriften.
Die Branche weiß um die Missstände in Ausbildungsbetrieben und um das schlechte Image, und sie spürt die Folgen: Die Zahl der Ausbildungsverträge sinkt, die Abbrecherquote ist im Gastgewerbe hoch. Dass es zahlreiche positive Beispiele gibt, wie Ausbildung funktioniert, ist unbestritten. Konzepte und Ideen kreativer Arbeitgeber werden in einem der nächsten Serienteile beleuchtet. Zunächst einmal kommen Azubis zu Wort. Sie erzählen, wo sie der Schuh drückt.
„Es war einfach zu viel“, erzählt Lena (Namen aller Azubis von der Redaktion geändert). Vier Monate absolvierte sie in einem der renommiertesten Münchener First-Class-Hotels eine Kochlehre. Im November brach die heute 18-Jährige die Ausbildung dort ab ... kik/kg/alex/kop
Teil 1 des neuen AHGZ-Mehrteilers startet am Samstag in der neuen AHGZ.






Marvin Kingsley, Murg
11.02.2012 um 15:21
Betreff: Fachkräftemangel und Azubis
So mancher Kommentar ist erschreckend "Lehrjahre sind keine Herrenjahre"... Alle Betriebe die noch nach diesen Vorstellungen wirtschaften und ausbilden werden früher oder später aussterben. Willkommen in der Gegenwart kann ich da nur sagen! Die Branche hat zu kämpfen, egal ob 3* oder 5 *. Und im Zeitalter von "Geiz ist geil", Preisdrückerei und feilschen, wird es immer schwieriger Diskussionen über bessere Löhne in der Hotellerie anzufachen. Macht Euer "Personal" zu Mitarbeitern und bietet Ihnen Perspektiven. Zeigt Ihnen die vielen, schönen Seiten der Hotellerie auch im täglichen Betrieb. Die Zeiten in der "Personal" nur als Objekt in einer Betriebswirtschaftbetrachtet wurde und die Berufe in der Hotellerie nicht den nötigen Respekt und Anerkennung erhielten haben Ihren Teil dazu beigetragen. Wir müssen die Allgemeinnheit dazu bringen den Wert unserer täglichen Arbeit zu würdigen, damit auch die Servicemitarbeiter mit Stolz sagen können: ich bin mehr als nur ein "Kellner"! Und das gilt vor allem für die vielen kleinen Betriebe die viel zu oft ein schlechtes Produkt abliefern und es dann auf die gesamte Lage und Situation schieben, ohne zu sehen dass mit Passion und Leidenschaft und mit dem gewissen Fingerspitzengefühl so viel mehr möglich ist!