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Wirft das Handtuch: Die Abbrecherquote im Gastgewerbe ist hoch Foto: Heike Kinkopf

Ausbildung

Azubis schieben Frust

26. Januar 2012

STUTTGART. Der Groll sitzt bei manchem Azubi tief. Lehrlinge ärgern sich über freie Tage und Urlaub „unter Vorbehalt“. Das Gehalt landet nicht immer wie vereinbart am Monatsende auf dem Konto. Schlimmer noch aber wiegen verbale Attacken von Vorgesetzen, die nicht fachlich kritisieren, sondern ins Persönliche abdriften.

Die Branche weiß um die Missstände in Ausbildungsbetrieben und um das schlechte Image, und sie spürt die Folgen: Die Zahl der Ausbildungsverträge sinkt, die Abbrecherquote ist im Gastgewerbe hoch. Dass es zahlreiche positive Beispiele gibt, wie funktioniert, ist unbestritten. Konzepte und Ideen kreativer Arbeitgeber werden in einem der nächsten Serienteile beleuchtet. Zunächst einmal kommen Azubis zu Wort. Sie erzählen, wo sie der Schuh drückt.

„Es war einfach zu viel“, erzählt Lena (Namen aller Azubis von der Redaktion geändert). Vier Monate absolvierte sie in einem der renommiertesten Münchener First-Class-Hotels eine Kochlehre. Im November brach die heute 18-Jährige die Ausbildung dort ab ... kik/kg/alex/kop

Teil 1 des neuen AHGZ-Mehrteilers startet am Samstag in der neuen AHGZ.

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Leser-Kommentare zum Artikel (9)

Marvin Kingsley, Murg
Marvin Kingsley, Murg

11.02.2012 um 15:21

Betreff: Fachkräftemangel und Azubis

So mancher Kommentar ist erschreckend "Lehrjahre sind keine Herrenjahre"... Alle Betriebe die noch nach diesen Vorstellungen wirtschaften und ausbilden werden früher oder später aussterben. Willkommen in der Gegenwart kann ich da nur sagen! Die Branche hat zu kämpfen, egal ob 3* oder 5 *. Und im Zeitalter von "Geiz ist geil", Preisdrückerei und feilschen, wird es immer schwieriger Diskussionen über bessere Löhne in der Hotellerie anzufachen. Macht Euer "Personal" zu Mitarbeitern und bietet Ihnen Perspektiven. Zeigt Ihnen die vielen, schönen Seiten der Hotellerie auch im täglichen Betrieb. Die Zeiten in der "Personal" nur als Objekt in einer Betriebswirtschaftbetrachtet wurde und die Berufe in der Hotellerie nicht den nötigen Respekt und Anerkennung erhielten haben Ihren Teil dazu beigetragen. Wir müssen die Allgemeinnheit dazu bringen den Wert unserer täglichen Arbeit zu würdigen, damit auch die Servicemitarbeiter mit Stolz sagen können: ich bin mehr als nur ein "Kellner"! Und das gilt vor allem für die vielen kleinen Betriebe die viel zu oft ein schlechtes Produkt abliefern und es dann auf die gesamte Lage und Situation schieben, ohne zu sehen dass mit Passion und Leidenschaft und mit dem gewissen Fingerspitzengefühl so viel mehr möglich ist!

Günter Schuster, Calw
Günter Schuster, Calw

01.02.2012 um 05:48

Betreff: Ausbildung, Fachkräftemangel

Ich möchte an das, in der "Welt Online" veröffentlichte Interview mit dem DEHOGA Präsidenten, Herrn Ernst Fischer, erinnern. http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article13622927/Wir-muessen-an-einem-Strang-ziehen.html Da sehe ich keine Einsicht, dass, zumindest ein Anteil der Schuld die Betriebe trifft. Es scheint so zu sein, dass immer die Anderen Schuld haben, die Branche aber Alles richtig macht (Auch beim Mindestlohn oder Änderung der Jugendarbeitsschutz Gesetzes). Wenn der Dachverband, die Landesverbände und die Kreisverbände nicht langsam ihren Mitgliedern ein Umdenken nahebringen, so ertrinkt die Branche an den eigenen Tränen der Trauer darüber, dass sie nicht verstanden wird.

Sebastian Meß, Ratekau
Sebastian Meß, Ratekau

01.02.2012 um 00:42

Betreff: Ausbildungsbedingungen verbessern

Es wurde wirklich Zeit, dass mal offen disktiert wird. Zunächst führt die Diskussion über die mangelnde Qualität der Auszubildenden zu gar nichts. Was getan werden muss, und das zeigen die Zahlen, ist, dass man endlich ehrlich über die Ausbildungsbedingungen nachdenkt und Lehren zieht. Fangt endlich an den jungen Leuten etwas beizubringen, gent ihnen Perspektiven und zahlt endlich an LEISTUNGSGERECHT zu bezahlen.

A JK, Horschau
A JK, Horschau

31.01.2012 um 23:01

Betreff: Simon Jäger

sicherlich gab es auch früher arbeitsscheue Azubis keine Frage. Diese Tatsache ist unbestritten. Was sich aber geändert habt ist die Eigenmotivation der Azubis von heute. Wir sind Ausbilder keine Motivatoren. Und zum Thema Motivation "Man kann jedes Pferd zur Tränke führen, aber zwingen das es säuft kann man nicht". Wenn ich nicht muss! Möchte ich auch nicht! Fast 50% Abbrecher sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings hat Herr Neumaier aus Berlin recht. Auch wenn es mir nicht gefällt wir müssen damit klar kommen. Wie sooooo oft!

Torsten Neumaier, Berlin
Torsten Neumaier, Berlin

31.01.2012 um 21:50

Betreff: kommt damit klar...

...denn andere gibt es nicht. migrationshintergrund, krumme lebensläufe, problematisches elternhaus, schulisches mittelmaß, rechtschreibprobleme... ja, die liste der jammerei ist lang. und ich kann es verstehen. aber was solls? bessere tage kommen nicht mehr. also lernt damit umzugehen und bindet die jugendlichen mit ein, entwickelt personalbindungsprogramme, mitarbeiterschulungen, gebt den neulingen einen coach an die hand, fordert die über 50jährigen (ich hoffe, ihr habt welche), die dann die "elternrolle" neu definieren. das es geht, habe ich erlebt. und wem so viel bildung gegeben wurde, der bleibt und ist dankbar. eine weitere antwort auf die zukunft, denn eines ist klar: es werden bald noch weniger bewerber kommen... aufwachen!!! der jugendliche von heute definiert den begriff arbeit anders als wir früher. es muss spass machen und er braucht selbstbestätigung. er arbeitet nicht um zu leben, sondern er lebt mit etwas arbeit dazwischen. das mag jeder blöde finden, aber es ist nicht mehr veränderbar. die kinder sind produkte ihrer eltern... gelle?!

Simon Jäger, Hannover
Simon Jäger, Hannover

27.01.2012 um 16:28

Betreff: @ Horschau: "Die Azubis von heute sind bequem, nicht belastbar (körperlich und geistig). Oder einfach ausgedrückt, erschreckend.

Ich möchte an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dass nicht alle Auszubildenden so sind. Ich gebe ja zu, auch ich schüttle so manches Mal den Kopf. Ich sehe es aber als unsere Aufgabe an, die Probleme nicht nur zu erkennen, sondern sie auch in Zusammenarbeit mit den Azubis zu lösen. Schnell wird ein Azubi auch mal als "Depp" abgestempelt, aber liegt der Fehler nicht dann bei uns? Haben wir uns nicht genug Zeit genommen, ihm alles zu erklären? Erwarten wir manchmal nicht einfach zu viel? Natürlich gibt es welche die wirklich nicht arbeiten wollen, aber die gab es auch schon früher.

Petra Baake, Heusenstamm
Petra Baake, Heusenstamm

27.01.2012 um 11:35

Betreff: Azubis

Die jungen Menschen von heute haben andere Bedürfnisse. Ihre Ansprüche und Gastronomie - das passt selten zusammen. Jeder Betrieb, der noch damit angibt, keine Überstunden zu bezahlen oder kein Weihnachtsgeld, der braucht sich nicht zu wundern, wenn die Azubis ausbleiben. Wir Älteren haben schon immer für diese schlechten Bedingungen gearbeite. Leider!

A JK, Horschau
A JK, Horschau

27.01.2012 um 02:36

Betreff: Fachkräftemangel

In den letzten 3 Jahren ist die Zahl der Qualifizierten oder besser gesagt Ausbildungsfähigen Azubis für kleine und mittelständische Betriebe gleich null. Minus Std auf dem Zeitarbeitskonto, pünkliche Bezahlung, regelmäsige zusammenhängende freie Tage usw. usw. Ohne Erfolg!!! Die Auzubis von heute sind bequem, nicht belastbar (körperlich und geistig). Oder einfach ausgedrückt, erschreckend. Andererseits, können sich die großen Hotels alles erlauben, denn es warten 100 andere Azubis die eine Ausbildung suchen. Allerdings war es vor 20 Jahren auch nicht anders. Wie hieß es vor vielen Monden? "Lehrjahre sind keine Herrenjahre"! Aber diese Zeiten sind lange vorbei.

Eva Oliver, Baden-Baden
Eva Oliver, Baden-Baden

26.01.2012 um 18:21

Betreff: Fachkräftemangel

Ich hoffe, dass die Diskussion über das Thema zur Verbesserung der Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber führt und das Gäste in Zukunft noch bedient werden können .