Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Suche in 54.935 aktuellen Stellenangeboten:

Wettbewerbe motivieren: Die Gewinner des Egon Steigenberger Preises 2005 mit den Jury-Mitgliedern Christine Steigenberger und Karl Anton Schattmaier Foto: Petra Mewes

Weiterbildung in der Hotellerie (3)

Berufsalltag und Fortbildung verknüpfen

Schulungen, die Einbindung von Mitarbeitern und die Ausschreibung interner sowie die Unterstützung externer Wettbewerbe fördern den Leistungswillen und die Bindung des Personals ans Unternehmen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/47 vom 25. November 2006
von

STUTTGART. „Je mehr wir die interne Entwicklung unserer Mitarbeiter fördern, desto mehr identifizieren sie sich mit dem Haus, desto enger ist ihre Bindung“, lautet eine Erfahrung von Karin Beulshausen im Hamburger Hotel East. In der Hotellerie sind schließlich nicht nur Köche, Hotel- und Restaurantfachleute jeden Tag am Ball. Auch Patissiers, Techniker und Veranstaltungsmanager, Buchhalter und Informatiker sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Einmal erworbene Kenntnisse reichen nicht für ein ganzes Berufsleben. Also müssen Hoteliers organisieren, damit ihr Personal fit bleibt. Auch Training on the Job sorgt dafür, dass die Mitarbeiter erworbenes Wissen auffrischen, Fehler korrigieren und neue Trends kennen lernen.

Stetig Wissen auffrischen

In den meisten Häusern stehen bei internen Seminaren F&B-Themen wie Weinservice, Barschulungen inklusive Getränkekunde, Gläser und Servierformen, Flambieren und Tranchieren sowie Schulungen von Verkaufsstrategien auf der Agenda. Dazu kommen Management- und Kommunikationsthemen. Dass nicht nur große Ketten, sondern auch private Hotels für ihre Mitarbeiter Schulungen organisieren, zeigt das Beispiel des Golfhotels Schloss Teschow in Mecklenburg-Vorpommern: Extern organisiert das Haus Trainings für Fremdsprachen, Diätküche und Software-Anwendungen, intern für Gästekommunikation, Führungskräfteseminare, Psychologie oder Marketing. Personalleiter Jürgen Langhof: „Die Veranstaltungen finden wöchentlich statt. Für jeden einzelnen Mitarbeiter gibt es ein festes Jahresschulungsprogramm.“ Regelmäßig steht auch Basiswissen wie Gesprächsführung, das Verhalten am Telefon oder der Umgang mit Reklamationen auf der Agenda. So sind neue Kräfte meist andere Standards gewohnt und müssen und die neuen schnell verinnerlichen. Also muss das Training gezielt organisiert und mit den Personaleinsatzplänen abgestimmt sein, damit es laufende wie künftige Aufgaben sinnvoll unterstützt.

André Heurich, F&B-Direktor im East: „Wir führen einmal monatlich die ‚east-Academie‘ durch, zum Beispiel zur Warenkunde.“ Eine interne Akademie schult auch die Mitarbeiter von ArabellaSheraton. Silja Baese, Corporate Human Resources, dazu: „Bei speziellen Schulungen wie Führungsqualifikation oder Kommunikation setzen wir bewusst auf externe Trainer.“ Das gewährleistet den Blick über den Tellerrand und wahrt Neutralität und Vertraulichkeit. Der Schulungskatalog von Steigenberger enthält etwa 120 Termine. Dazu kommen monatliche betriebsinterne Schulungen. Motivierend wirken immer konkrete Ziele, die mit der Teilnahme verknüpft sind. So ist zum Beispiel bei den Steigenberger Hotels seit mehr als 20 Jahren die Vergabe des Egon-Steigenberger-Preises ein wesentliches Instrument der innerbetrieblichen Förderung. „Wir honorieren mit der Vergabe dieses Preises das überdurchschnittliche Engagement und das herausragende Fachwissen ausgewählter Nachwuchskräfte“, so Karl Anton Schattmaier, Vorstandssprecher der Steigenberger Hotels AG.

Pam Jones, bei Marriott in New York verantwortlich für internationale Trainings, berichtet von einheitlichen Standards: „Viele Manager der Abteilungen sind in Schulungen eingebunden, so beim 15-Minuten-Training jeden Morgen.“ Sprachen spielen in den Schulungskatalogen eine wichtige Rolle. Marriott hat dazu weltweite Trainingsteams aufgestellt, unter anderem für Arabisch, Chinesisch, Portugiesisch, Koreanisch und Thai.

Engagement unterstützen

Auch wenn Trainings oft mit eigenem (Führungs-)Personal organisiert werden, ohne finanziellen Aufwand geht es nicht. Bei Ramada erhalten die Mitarbeiter meist finanzielle Förderung. „Viele Maßnahmen wie Cornell, Sales Trainings, Train the Trainer, HOTS Business Simulation, die Ramada University und Service Trainings führen wir kettenintern durch“, erläutert Lieuwe de Jong, Vice Präsident Operations bei Ramada Worldwide.

Gutes Training für Nachwuchskräfte ist die Vorbereitung auf Wettbewerbe. Allerdings kommen nur Kandidaten infrage, die bereits hoch motiviert sind. Wer geeigneten Mitarbeitern die Chance zur Wettbewerbsteilnahme einräumt, muss sie dabei unterstützen. Sei es durch Freistellung, fachliche Begleitung oder finanzielle Hilfe. Bringen sie Urkunden und Trophäen mit, bringt das dem Haus eine starke Außenwerbung. Vielfach unterschätzt wird das Potenzial von Messebesuchen. Wichtig: Mitarbeiter mit konkreten Aufgaben und festen Terminen auf die Messe schicken. Petra Mewes

Kommentieren Drucken
Auch interessant

Ein Externer als Schlichter

Wo Menschen intensiv miteinander arbeiten, da menschelt es schnell. Wenn unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen, dann kriselt es rasch. Aus dem Miteinander kann ein Nebenher und Aneinandervorbei werden. Die Folgen: Stress statt Stimmung, Mobbing statt Motivation. Ein Katastrophenszenario für die Verantwortlichen – auch in Hotels und Gastronomiebetrieben. mehr...

Weitere Artikel aus Jobs und Mehr vom 25.11.2006 :

Köpfe und Karrieren: Ein Externer als Schlichter (25.11.2006)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel