Köpfe und Karrieren
Botschaft auf die Schnelle
Auch bei Verhandlungen, Meetings und Präsentationen gilt: In der Kürze liegt die Würze
STUTTGART. Zeit ist Geld in der Arbeitswelt. Deshalb ist es wichtig, das Wesentliche kurz und knapp auszudrücken, Argumente auf den Punkt zu bringen, um andere damit zu überzeugen, für sich zu gewinnen und zur „Zustimmung“ zu motivieren.
Ob in Verhandlungen, Präsentationen, Meetings oder Vorträgen: Es bleibt in der Regel nur wenig Zeit ein bestimmtes Anliegen vorzutragen und zum gewünschten Ergebnis zu führen. Es zeigt sich in der Praxis immer wieder: Wenn in den ersten drei Minuten nicht klar ist, worum es geht, welche Konsequenzen entstehen, wo Vorteile und Nutzen liegen, kommt kein greifbares Ergebnis heraus. Die Chance ist vertan.
Mit dem strukturierten Aufbau der „Drei-Minuten-Botschaft“ gelingt das angestrebte Ziel:
Schildern Sie den Sachverhalt: So sieht die Sache, das Produkt, der Vorfall, die Dienstleistung, das Ergebnis, die Situation aus.
Formulieren Sie Ihre persönliche Meinung: So sehe ich die Sache, Situation, Dienstleistung, Ziele, Ereignis.
Begründen Sie Ihre These: Lösung präsentieren, Argumente mit Beweischarakter liefern (handfest, realistisch, glaubwürdig, ehrlich), bildhafte, nachvollziehbare Vergleiche anstellen, Beispiele nennen (selbst erlebt, andere Kunden, ähnliche Branchen, wirtschaftliche Zusammenhänge – aus dem Hier und Jetzt), eventuell mit Zitat oder einem passenden Sprichwort untermauern.
Die Hauptbotschaft zum Schluss: Sie sollte einen Appell enthalten, die Aufforderung zum Handeln oder ein persönliches Bekenntnis liefern.
Wichtige Voraussetzung ist, dass man selbst von seinem Anliegen, Produkt, Ziel oder Lösungsvorschlag in hohem Maße überzeugt ist. Denn man kommuniziert auf der emotionalen Ebene auch nonverbal durch die eigene Körpersprache (auch am Telefon). Signale der Körpersprache werden wahrgenommen und mit der Aussage abgeglichen.
Der Gesprächspartner registriert einen vorhandenen Zwiespalt oder eine Unsicherheit und zieht die Aussage eventuell sofort in Zweifel. Wenn man dagegen „inneres Feuer“ zeigt, Gefühle beim Namen nennt („Das macht mir große Sorgen“, „davon bin ich fest überzeugt“, „das kann ich gut nachvollziehen“ oder „darüber ärgere ich mich auch immer wieder“) überzeugt und gewinnt man auf ganzer Linie.
Oft bleibt nur wenig Zeit, sich wirklich umfassend vorzubereiten und die wesentlichen Fragen zielgerichtet zu formulieren:
Was ist meine Hauptbotschaft?
Wie formuliere ich den Schlusssatz?
Was sind meine wichtigsten Argumente?
Welche Beispiele kann ich bringen?
Was für ein Gefühl habe ich bei der Sache?
Berücksichtigen sollte man dabei stets den Gesamtzusammenhang und die wesentlichen Kriterien. Dann wird die „Drei-Minuten Botschaft“ zum Erfolgsinstrument.
Testen Sie es einfach mal im Privatleben mit ihrem Partner/ihrer Partnerin aus: Sie wollen endlich mal an Norwegens Fjorden Urlaub machen – und nicht an den Küsten des Mittelmeeres wie bisher. Viel Erfolg. Gabriele von Bonin



