Karriere
Burn-Out muss nicht sein
von Gerold Dawidowsky
STUTTGART. Viele arbeiten solange, bis irgendwann nichts mehr geht. Ausgebrannt sein ist die Folge. Das Burn-Out-Syndrom hat längst die Hospitality-Branche erreicht und breitet sich immer weiter aus.
„Schneller-Höher-Weiter“ ist zum Grundsatz in unserer Arbeitswelt geworden. Ein Prinzip, das seine Grenzen hat. Durch Dauerbelastung, Druck, Hektik und chronischem Stress schleicht sich oft unbemerkt das Ausbrennen langsam ins Leben ein. Wer abends nicht mehr abschalten kann, an Schlafstörungen leidet, über Magenschmerzen klagt, in seiner Freizeit nicht mehr zur Ruhe kommt und auch gedanklich nicht mehr von seiner Arbeit abschalten kann, hat möglicherweise erste Anzeichen von Burn-Out.
Wenn Leistungsgrenzen dauerhaft ignoriert und überschritten werden, man höchste Erwartungen an sich und andere hat, passiert es schnell, dass man sich wie gerädert fühlt, an nichts mehr Spaß hat und sich am Ende seiner Kräfte fühlt. Der Raubbau an den eigenen Energien leert unsere Lebensbatterie und lässt uns ausbrennen wie ein Kohleofen, der keine Kohle mehr bekommt. Zurück bleibt eine innere Leere. Die Folgen sind nicht selten Anfälligkeit für Krankheiten, permanente Gereiztheit oder Depressivität.
Um dieses zu vermeiden, sollte man rechtzeitig auf Warnsignale des Körpers hören. Grundsätzlich weiß der Körper sehr genau, wann seine Energiereserven angegriffen werden und alles aus dem Gleichgewicht gerät. Um aber die schlimmen Folgen eines Burn-Outs zu umgehen, hilft es, vorsorglich und proaktiv tätig zu werden. Microsoft beispielsweise setzt eigene Work-Life-Balance-Coachs ein, die Mitarbeitern zur Verfügung stehen, wenn es um Herausforderungen mit Burn-Out-Anzeichen geht. So können beispielsweise hohe Kosten durch Fehlzeiten, Motivationsmangel oder Krankheiten eingespart und die Produktivität gesteigert und Personalfluktuation vermindert werden.
Burn-Out ist nicht nur ein Thema des betroffenen Mitarbeiters, sondern beeinträchtigt auch konkret das Unternehmen und dessen Leistungsfähigkeit. Was also ist zu tun? Zunächst muss eine Unternehmenskultur mit offener und wertschätzender Kommunikation auf allen Ebenen aufgebaut werden. Weitere wichtige Ansätze zur Schadensvermeidung sind Maßnahmen, die Mitarbeitern helfen, ihr Selbst- und Stressmanagement zu verbessern. Früherkennung durch professionelle Betreuung der Mitarbeiter, durch einen erfahrenen Coach, wirkt effektiv und kostensparend. Neueinstellungen, Leistungsabfall und Motivationslosigkeit hingegen kosten viel Geld. Zum anderen sollte man ein mitarbeiterfreundliches Betriebsklima schaffen.
Der Autor ist Coach und Berater bei
www.hogacoaching.de
