Menschen
Der Zielstrebige
Seit 1994 ist Axel Ehrhardt Hoteldirektor in Leipzig. Mit ruhiger Hand leitet er das Mercure Hotel am Johannisplatz. Bei Gästen, Mitarbeitern und als Leiter der Leipziger Erfa-Gruppe genießt er einen guten Ruf
Ich lasse allen Mitarbeitern viele Freiheiten an ihrem Platz.“ Mit knappen Worten beschreibt Axel Ehrhardt seinen persönlichen Führungsstil. Der bewährt sich seit nunmehr 30 Jahren. Wer eine Frage hat, findet bei dem Direktor des Mercure Hotel am Johannisplatz in Leipzig immer ein offenes Ohr. Probleme werden geklärt, Aufgaben besprochen oder neue Ziele fixiert. „Und jeder, der einen Fehler macht, hat eine zweite Chance verdient“, sagt er.
Leipzig-Kenner
Dieses direkte, persönliche Miteinander kommt in seinem Hotel offensichtlich gut an. Das Betriebsklima gilt als ausgeglichen. Die Mitglieder der ersten Managementebene (Leitung Betriebsbüro, Küchen- und Empfangschef) sind schon seit der Eröffnung als Dorint-Hotel im Oktober 1994 dabei. Und sie hielten dem Haus auch die Treue, als es 2003 von derAccor-Gruppe übernommen und als Hotel Mercure am Johannisplatz weitergeführt wurde. „Bei uns sind alle auf ihrem Posten eingebunden und müssen mitziehen“, sagt Ehrhardt.
Dass er bereits seit mehr als 13 Jahren in ununterbrochener Folge Erfahrungen am Markt in der Messestadt sammelt, schätzen auch die Direktoren aus anderen Leipziger Hotels, mit denen er seit 1996 in der Erfa-Gruppe zusammenarbeitet. „Inzwischen bin ich der dienstälteste Hoteldirektor in Leipzig“, berichtet er. Das Miteinander der Hoteldirektoren, der Austausch untereinander und die enge Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten bringe schließlich nicht nur jedes einzelne Haus, sondern alle Hotels und damit den gesamten Standort Leipzig voran, ist Axel Ehrhardt überzeugt.
Seine Karriere begann mit einer Lehre zum Empfangssekretär bei der damaligen Vereinigung Interhotel im Oberhofer Hotel Panorama. Seine erste Bekanntschaft mit Leipzig datiert aus dem Jahr 1981. Da begann Ehrhardt im Vorzeige-Hotel Merkur als Rezeptionist. Doch den Thüringer zog es wieder nach Weimar, wo er im Aufbaustab des geplanten Hotels Belvedere eine neue Aufgabe fand. „Der Job war damals sehr gefragt – ich bekam ihn auch ohne Parteibuch“, erinnert er sich. Doch der Bau verzögerte sich erheblich.
Also nahm der junge Hotelfachmann die Chance wahr, in der Hauptstadt das Pre-Opening des Grand Hotels Berlin in der Friedrichstraße zu begleiten. Dort wollte er eigentlich bleiben. Doch aufgrund von Problemen in ihrem Haus in Gera schickte ihn die Vereinigung Interhotel dorthin. Ehrhardt schaffte den Aufstieg zum Empfangsdirektor. Als nach 1989 die Führungscrew ausgewechselt wurde, führte er das Hotel etwa eineinhalb Jahre als Direktor.
Während der Aufbruchstimmung Anfang der 90er Jahre bekam er Kontakt zur Hotelgruppe Dorint. Sie übertrug ihm zunächst die stellvertretende Leitung ihres Geraer Hauses. Im Oktober 1994 vertraute man Ehrhardt dann als Direktor das neue Dorint in Leipzig an. Auch Accor setzte bei der Übernahme des Hotels auf seine Fähigkeiten. Lange Zeit pendelte er zwischen Gera und Leipzig. Doch inzwischen hat die ganze Familie an der Pleisse Wurzeln geschlagen.
Engagiert im Sport
Seine Verbundenheit mit der Stadt beschränkt sich nicht nur auf das eigene Metier. Auch der Sport profitiert davon: Seit 1996 engagiert sich Axel Ehrhardt beim Handball Club Leipzig, dem HCL, für Damenhandball. Als Präsident hat er mit dem Vereinsvorstand „professionelle Strukturen aufgebaut“. Immerhin errang der HCL bereits mehrmals den Titel Deutscher Meister, war EC- und Pokalsieger. Zielstrebigkeit und Klarheit zahlen sich eben aus. Petra Mewes



