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Gäste im Freizeitpark: Der Fokus liegt auf Attraktionen und Shows. Unterhaltung wird großgeschrieben – auch beim Essen (Foto: Holiday Park)

Karriere

Entertainment gehört immer dazu

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/9 vom 27. Februar 2010
von Mathias Thurm

STUTTGART. in Deutschland haben sich zu einem regelrechten Industriezweig entwickelt. Allein die größte Anlage, der 1975 eröffnete Europa Park in Rust, erstreckt sich über 85 Hektar, zählt mehr als 4 Mio. Besucher im Jahr und beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter. Obwohl auf den Arealen der Freizeitparks Entertainment, Shows und Familienspaß im Vordergrund stehen, sind einige von ihnen gleichzeitig die größten Hoteliers und Gastronomen der Region.

Mehr als nur Imbiss

So hat der Europa Park 5000 Gästebetten. In mittlerweile vier Hotels, einem Gästehaus, einem Tipidorf und einem Caravanplatz nächtigen hier rund 500.000 Gäste im Jahr. Aber auch solche Freizeitparks, die über keine eigenen Übernachtungsgelegenheiten verfügen, bieten zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für Nachwuchskräfte aus Hotellerie und Gastronomie. Auch Quereinsteiger haben gute Chancen.

Dabei handelt es sich mitnichten nur um Saison- und Hilfsjobs für Angelernte in den Imbissen und Snackpoints. Das Phantasialand in Brühl beispielsweise unterhält in seinem Hotel Ling Bao ein anspruchsvolles euro-asiatisches A-la-Carte-Restaurant, ein Buffet-Restaurant und zwei aufwändig gestaltete Bars. Hier werden überwiegend gut ausgebildete Fachkräfte eingesetzt. Der Movie Park in Bottrop sucht für seine 24 Food- und Restaurant-Outlets bevorzugt ausgebildete Systemgastronomen als Restaurant- und F&B-Manager. In dem noch recht jungen Beruf Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit werden Ausbildungsplätze angeboten. Auch im Leipziger Belantis, der mit 500.000 Besuchern im Jahr größten Erlebniswelt in den neuen Bundesländern, findet man vom Café über zwei Restaurants bis zum Ballsaal ein differenziertes gastronomisches Angebot für gut ausgebildete Fachkräfte.

Aber nicht nur eine gute Ausbildung ist da gefragt. „Da der Hauptfokus unserer Besucher nicht auf dem Genuss unserer gastronomischen Angebote liegt, sondern auf unseren Attraktionen und Shows, ist der Unterschied zu normalen Hotels und Restaurants sehr groß“, sagt der Geschäftsführer des Heide-Parks Soltau, Hannes Mairinger. Im Heide Park arbeiten je nach Saison bis zu 900 Menschen. Außer mehreren Restaurants bietet der Park Übernachtungsmöglichkeiten in einem Feriendorf und im 4-Sterne-Hotel Port Royal. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ganz besonders serviceorientiert arbeiten und über einen gewissen Entertainmentcharakter verfügen, da unsere Gäste in erster Linie unterhalten werden wollen“, erklärt der Geschäftsführer. Das gilt auch für die Köche. Mairinger: „Besonders im Hotel sowie bei Großevents und Tagungen wird ein hoher Anteil an Frontcooking angeboten. Das heißt, die Köche müssen außer ihren fachlichen Fähigkeiten auch in der Lage sein, den Gast zu unterhalten und ihn zu begeistern.“ Diese Doppelqualifikationen kämen aber nicht so häufig vor. Offene Stellen seien daher nicht so leicht mit geeigneten Bewerbern zu besetzen, so Mairinger.

Gute Leute sind knapp

Flexibilität sei eine weitere Fähigkeit, die ein Bewerber unbedingt mitbringen sollte, meint Manfred Schütz, Gastronomieleiter im Holiday Park in Hassloch in der Pfalz. Hier können Gäste außer den zahlreichen Snackpoints ein Bedienrestaurant und ein Selfservice-Restaurant aufsuchen. „Die Anforderungen, die beispielsweise Tagungsgäste im Rahmen von Produktpräsentationen, Firmen-Incentives oder klassischen Tagungen stellen, reichen von Fingerfood über Buffets bis zum festlichen 7-Gänge-Dinner“, zählt Schütz auf. Auch im Holiday Park gilt: Gute Bewerber sind knapp. Schütz rät, nicht nur auf Stellenanzeigen zu reagieren, sondern Initiativbewerbungen zu schreiben. Die Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen sind gut. Im Heide-Park beispielsweise können Mitarbeiter Schulungsprogramme und die weltweite Jobbörse des Mutterkonzerns nutzen, der Merlin Entertainments Group.

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