Karriere
Es geht nur miteinander
Wollen sich gastgewerbliche Betriebe in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfolgreich auf dem Markt etablieren, brauchen sie leistungsbereite und motivierte Mitarbeiter. Gerade in Krisenzeiten, wenn das Budget keine Gehaltssprünge zulässt, kann das nachfolgende Management-Modell einen Weg für eine zukunftsorientierte Führung darstellen. Ziel dabei ist, Mit-Arbeiter zu Mit-Unternehmern zu machen.
Was steckt hinter dem Mit-Prinzip? „Mit“ ist das Synonym für partnerschaftliches Mit-Einander, ist fester Bestandteil der Betriebskultur. Dies sollte nach innen und außen kommuniziert werden – in Mitarbeiterversammlungen, Personalanzeigen, Bewerber-Interviews und natürlich im täglichen Umgang mit den Mit-Arbeitern.
Das Mit-Prinzip besteht aus verschiedenen Bausteinen, die variiert und dem Unternehmensstil angepasst werden können:
Mit-Wissen: Fragen Sie sich: Wie sollen Ihre Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, wenn sie über wichtige betriebliche Dinge nicht informiert sind? Vom Hausmeister, Azubi, Empfangsmitarbeiter oder der Servicekraft bis ins Management sollen künftig alle über Umsätze, Gewinne und Buchungssituation informiert sein. Schaffen Sie ein Informationssystem, damit alle Mitarbeiter wissen, was läuft und welche Ergebnisse erzielt worden sind, wo besonderer Handlungsbedarf ist. Wecken Sie das Interesse dafür, erläutern Sie, was diese Ergebnisse für jeden Einzelnen bedeuten. Das setzt ungeahnte Kräfte frei, verdrängt den Tunnelblick und die „Dafür-bin-ich-nicht- zuständig-Mentalität“.
Mit-Denken: Wenn Sie Ihre Leute zu Mit-Denkern machen wollen, reden Sie mit Ihnen! Nehmen Sie ihre Ideen und Vorschläge ernst. Gibt es ein Verbesserungsmanagement, eine Ideenbörse? Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, aktiv Verbesserungsvorschläge zu machen. Geben Sie Anhaltspunkte, in welchen Bereichen besondere Verbesserungen und Ideen notwendig sind. Machen Sie Gäste-Kommentare den Mitarbeitern zugänglich. Veröffentlichen Sie die Mitarbeitervorschläge intern. Und schon bald wird ein Sport daraus. Verlangen Sie beispielsweise pro Mitarbeiter im Jahr mindestens einen realisierbaren Vorschlag. Wichtig ist dabei, dass jeder Vorschlag binnen 24 Stunden ein Feedback erfährt, bei Top-Ideen einen Brief von der Geschäftsleitung und eine Prämie. Danken Sie für das „Mit-Denken“
Gabriele v. Bonin
Die Autorin ist Geschäftsführerin der Von Bonin Personalberatung, Gelnhausen.

