Karriere-Serie Teil 2
Gehaltsverhandlung leicht gemacht
STUTTGART. Restaurant-Manager Tim Dassler bereitet sich auf die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch vor: „Im Prinzip kann nicht viel schief gehen. Ich weiß, was ich wert bin und möchte fair bezahlt werden. Jedoch, wie gehe ich mit der Gehaltsfrage am besten um? Wie kann ich meine Ziele gut durchsetzen?“ Die erfolgreiche Gehaltsverhandlung ist der krönende Abschluss im Bewerbungsverfahren. Leider werden hierbei auch viele Fehler begangen, wichtige Standards und Rituale nicht beachtet. Gehaltsverhandlungen haben die besten Aussichten auf Erfolg, wenn Sie Ihr Anliegen überzeugend darlegen. Dies erfordert eine genaue Sondierung im Vorfeld.
Recherchen zu üblichen Branchengehältern, eine präzise Einschätzung der eigenen Arbeitsleistung und eine daraus resultierende realistische finanzielle Forderung stellen die Weichen. Gleichzeitig ist es ratsam, die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Zukunftschancen der jeweiligen Firma zu recherchieren. Manche Unternehmen können möglicherweise keine Spitzengehälter zahlen. Dafür bieten sich dort aber vielleicht andere Vorteile. Erwartet Sie eine spannende Aufgabe, wird die Umsetzung beruflicher Ziele ermöglicht, besteht die Möglichkeit sich weiter zu qualifizieren, oder arbeiten Sie in einem kollegialen Umfeld? Das kann Ihre Entscheidung positiv beeinflussen.
Erstes Angebot dem Chef überlassen
Wenn im Vorstellungsgespräch die Gehaltsverhandlung zum Thema wird, so gilt auch hier das Motto: Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch heraus. Es kommt darauf an, respektvoll die richtigen Worte zu finden und den Bogen nicht zu überspannen. Mit einer Vergütungsstudie das Gespräch zu beginnen ist eher ungeschickt. Es wirkt sehr schnell belehrend und blockiert den anderen. Empfehlenswert ist eine Argumentation, die das berufliche Profil in den Vordergrund rückt und die Stärken, Kompetenzen sowie Erfolge klar benennt. Auf dieser Basis sollte dann ein angemessenes Gehalt als Ziel thematisiert werden. Verhandelt wird übrigens immer um das Brutto-Jahresgehalt, es sei denn, es geht um ein Jahresgehalt unter 36.000 Euro. In diesem Fall ist eine Verhandlung um ein monatliches Gehalt vorzuziehen. Versuchen Sie es möglichst zu vermeiden, als erster eine konkrete Summe zu nennen. Überlassen Sie das erste Angebot Ihrem Gegenüber, dem Chef oder Unternehmensvertreter. Vielleicht ist dieser sogar großzügiger als Sie es sich erwartet haben? Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist es strategisch klug, eine Ober- und Untergrenze zu nennen, um einen Verhandlungsspielraum zu schaffen.

