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The George Hamburg: Der kurze Draht zum Chef zeichnet das Designhotel aus. Alle Mitarbeiter profitieren Foto: Hotel

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Laufbahn für Individualisten

Privathotels bieten interessante Jobs mit Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum / Flache Hierarchie und persönliche Arbeitsatmosphäre

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/25 vom 19. Juni 2010
von

STUTTGART. „Die Welt steht euch offen“. Dieses Bonmot wird frischgebackenen Hotelfachleuten bei Freisprechungsfeiern mit auf den Weg gegeben. Angesprochen fühlen dürfen sich dann vor allem die Ex-Azubis internationaler Hotelketten, die meist ohne großen Bewerbungsstress in andere Häuser des Konzerns im Ausland wechseln können. Aber was ist, wenn man genug in der Ferne war, eine Familie gründen möchte oder einfach bodenständig ist? Für solche Mitarbeiter sind Privathotels eine gute Alternative. Und es gibt noch mehr Vorteile.

Weniger Bürokratie

„In Privathotels sind die administrativen Wege sehr kurz, da sich die Eigentümer oder Geschäftsführer meist in unmittelbarer Nähe befinden. Der Einzelne gewinnt dadurch möglicherweise auch an Bedeutung, da die Geschäftsleitung ihn besser kennt und schätzt“, beschreibt Oriana Hertlein die Vorzüge ihres Arbeitsplatzes. Hertlein ist Junior Sales Manager im privaten Designhotel The George in Hamburg www.thegeorge-hotel.de ). Angelika Weng, Empfangsmitarbeiterin im 4-Sterne-Hotel Harheimer Hof in Frankfurt www.harheimer-hof.de ) drückt es so aus: „Die flache Hierarchie mit direktem Kontakt zur Geschäftsleitung lässt den Mitarbeitern die Freiheit, eigene Ideen und Lösungen unbürokratisch umzusetzen.“ Ähnlich sieht das auch Miriam Hölscher aus dem Hotel Residenz in Bocholt www.hotelresidenz.de ). Sie hat sich bereits als Auszubildende bewusst für ihren zukünftigen Arbeitgeber entschieden: „Kettenhotels sind für mich zu unpersönlich. Da wäre ich nur einer von vielen Azubis gewesen. Die private Ansprache und die kurzen Wege für Fragen und Entscheidungen waren für mich wichtig.“ Sie wurde nach ihrer Ausbildung als Commis de Rang übernommen und ist später zur Restaurantleiterin aufgestiegen. Bis heute reizt Miriam Hölscher die Vielfalt der Aufgaben, die Freiheit, selbst gestalten zu können und das vertrauensvolle Verhältnis zur geschäftsführenden Familie Siebelt.

Auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für Bewerber aus der Privathotellerie nicht schlecht, wenn sie in dem Segment bleiben wollen. Und das wollen die meisten. Denn: „Bei Neueinstellungen bevorzugen Privathotels ganz klar Bewerber aus der Privathotellerie“, ist die Erfahrung von Jens Ramke. Er muss es wissen. Ganze zehn Tage hat er es in einem Kettenhotel ausgehalten, bevor er wieder zu einem privaten Arbeitgeber wechselte. Der 45-jährige Koch mit hochkarätiger Vita ist seit vergangenem Jahr Küchenchef im Hotel Insulaner auf Helgoland www.insulaner.de ). Hier genießt er die Freiheit, weitgehend nach eigenen Vorstellungen ein völlig neues Konzept des hauseigenen Restaurants Galerie umzusetzen. Und: „Privathotels zahlen in der Regel besser als Ketten“, so Ramke. Andererseits habe er in der Vergangenheit allerdings auch erlebt, dass aufgrund des geringeren Eigenkapitals Privathotels notwendige Investitionen manchmal nicht so zeitnah vornehmen können, wie Häuser der Markenhotellerie.

Beruf plus Familie

„In großen Kettenhotels ist man nur eine Nummer“, sagt André Huber. Der Allgäuer ist nach einem beruflichen Ausflug in das Hotel Sacher in Wien wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Seit Mai vergangenen Jahres ist der gelernte Hotelkaufmann Restaurantleiter im Hotel Wittelsbacher Hof in Oberstdorf www.wittelsbacherhof.de ). Hier schätzt er nicht nur die kreativen Entfaltungsmöglichkeiten. Demnächst wird er Vater, und an seinem Arbeitsplatz kann er Beruf und Familie langfristig miteinander verbinden.

Oliver Sick, Concierge im Hotel Europäischer Hof in Hamburg www.europaeischer-hof.de ) bringt es auf den Punkt: „Die Kettenhotellerie ist für einen heimatverbundenen Menschen wie mich ohne Ambitionen auf eine internationale Laufbahn einfach uninteressant.“ Mathias Thurm

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