Hotellerie
Markenhotels machen der Karriere Beine
STUTTGART. Wer einen Arbeitsplatz mit vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten sucht, der sollte einen Job in der Markenhotellerie in Betracht ziehen. Hotelketten bieten Beschäftigten nicht nur berufliche Aufstiegschancen, sondern auch Jobs im Ausland. Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz, aber auch überdurchschnittliches Engagement und persönliche Reife sind jedoch unabdingbar, egal ob bei Unternehmen wie Accor, Hilton, Ramada oder den Pentahotels.
Azubis im Fokus
Peter Verhoeven betont, dass die beruflichen Perspektiven durch Auslandsaufenthalte deutlich steigen. Nach Auskunft des Geschäftsführers von Accor Deutschland gibt es für die bundesweit 1700 Azubis unmittelbar nach der Ausbildung attraktive Förderprogramme. So können die 30 Besten eines jeden Jahrgangs am Azubi Award teilnehmen. Die drei Gewinner können für ein Jahr in einem Land ihrer Wahl arbeiten. Dabei übernimmt Accor sämtliche Kosten. „Solche Maßnahmen sollen den Fachkräftenachwuchs gezielt fördern und ihm frühzeitig Karrierechancen eröffnen“, so Verhoeven.
Förderung ist wichtiger Baustein
Wert gelegt wird bei den Markenhotels auch auf Fortbildungskurse, die an den konzerneigenen Akademien angeboten werden. „Mit unseren Mitarbeitern entwickelt sich auch unser Unternehmen weiter“, sagt Olivier Harnisch. Eine adäquate Förderung und Entwicklungsmöglichkeiten sind deshalb ein wichtiger Baustein in der Personalpolitik von Hilton Hotels, so der Vice President International Operations Germany & Switzerland. Die 2000 Beschäftigten in Deutschland können sich zudem laufend über ein Online-Programm, die sogenannte Hilton University, fortbilden. Speziell für Angestellte ab der Abteilungs-leiterebene wurde das Schulungsprogramm Shine entwickelt, das Führungskräfte in der Weiterentwicklung ihrer Managementfähigkeiten unterstützt.
Inhouse-Talentsuche
Aktiv wird bei Hotelketten nach Talenten innerhalb der eigenen Häuser gesucht. Leistungsbereite und qualifizierte Fachkräfte werden entsprechend ihrer beruflichen Wünsche und Vorstellungen gefördert. „Unsere Beschäftigten sollen sich berufliche Ziele setzen, bei deren Erreichung wir sie unterstützen“, sagt Michael Seidel, Director of Human Resources Europe bei den Pentahotels. Wer über die Anforderungen seiner Tätigkeit hinauswachse, bekomme mehr Verantwortung und werde schrittweise an neue Aufgaben herangeführt. Kettenhotels vereinen nicht nur unterschiedliche Marken unter einem Dach. Auch verschiedenste Hoteltypen prägen das Portfolio. Gute Chancen für Mitarbeiter also, immer wieder neue Erfahrungen zu sammeln. „Ein Angebot, das auf Anfrage auch Azubis, zumindest zeitlich befristet, wahrnehmen können“, so Ramada-Vorstand Alexander Fitz. „So können sie sich während der Ausbildung klar werden, wohin sie sich entwickeln wollen.“
Alle sind per Du
Häufig werden der Kettenhotellerie schwerfällige Hierarchien nachgesagt. Doch dem wirken die meisten Unternehmen entgegen. „Führungskräfte gehen bei uns regelmäßig durch die Häuser und suchen gezielt das Gespräch mit den Angestellten“, sagt Michael Seidel von den Pentahotels. „Vom Geschäftsführer bis zum Azubi sind alle per Du.“ Das stärke die Kommunikation, erhöhe die Identifikation mit dem Unternehmen und bringe wichtigen Input.
Ramada stellt hierfür ein Online-Portal bereit, in dem sich die Beschäftigten über alle Hierarchiestufen hinweg austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln können. „Um innovativ zu sein und unsere Stellung am Markt zu behaupten, brauchen wir die Beteiligung vieler“, so Alexander Fitz.
Bestens vernetzt
Mitarbeiterbindung spielt auch in der Kettenhotellerie eine wichtige Rolle. Außer Schulungen sollen interne Wettbewerbe helfen, engagierte Nachwuchskräfte zu entdecken und innerhalb der Kette weiterzubringen. „Perspektiven für die Zeit nach der Ausbildung werden daher bereits Lehrlingen geboten“, betont Accor-Chef Peter Verhoeven. Etwa ein Drittel aller Azubis wird von der Kette übernommen. Jeder Lehrling, der in der Abschlussprüfung einen Notendurchschnitt von 2,0 und besser erreicht, erhält eine Übernahmegarantie.
Bei Ramada orientiert sich die Zahl der Lehrstellen am Bedarf der Kette. Am Ende der Ausbildung nahezu alle Azubis übernommen. „Lehrlinge erhalten damit eine Planbarkeit ihrer beruflichen Zukunft“, sagt Alexander Fitz. „Freie Stellen werden zuerst den eigenen Azubis angeboten, weil sie den Betrieb und die Standards von Ramada kennen und nicht wie externe Bewerber erst noch angelernt werden müssen.“



