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Die Organisatoren: Dieter Gerhardinger (links) bekommt in Bad Wörishofen einen Schulzweig dazu. Ludwig Graf ist Leiter der Staatlichen Berufsschule Mindelheim Foto: Ulrike Reschke

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Schule und Beruf kombinieren

Neue Tourismusfachschule in Bad Wörishofen im Allgäu öffnet im September / Doppelt qualifiziert in nur drei Jahren

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/25 vom 19. Juni 2010
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Bad Wörishofen. In der Kneipp-Stadt Bad Wörishofen startet zum Schuljahresbeginn eine Tourismusfachschule. Dort können junge Leute in drei Jahren einen „sehr anspruchsvollen Beruf erlernen und eine sehr gute Qualifikation“ erwerben, wie Schulleiter Ludwig Graf betont.

Zugangsvoraussetzung ist ein mittlerer Schulabschluss mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,5 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik oder die Oberstufenreife des Gymnasiums. Die Absolventen sind nach drei Jahren staatlich geprüfte Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement und haben gleichzeitig die Fachhochschulreife in der Tasche.

Die neue Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement wird zunächst einzügig mit maximal 30 Absolventen starten. Das Konzept gliedert sich in eine schulische Vollzeit-Ausbildung in Theorie und Praxis sowie 20 Wochen Betriebspraktika.

Nach der staatlichen Abschlussprüfung in den Fächern Managementprozesse, Rechnungswesen, Tourismusmarketing, Empfang & Etage, Deutsch, Englisch und Mathematik stehen den frischgebackenen Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement als Arbeitgener Hotels, Destinationsmanagement, Reiseagenturen, Touristikdienstleister, Veranstaltungsmanagement oder Freizeitparks offen. Möglichst viele Bereiche sollen durch Praktika abgedeckt werden, die auch im Ausland absolviert werden können.

Da es sich um eine staatliche Einrichtung handelt – anders als private Alternativen schulgeldfrei und BAföG-berechtigt –, sei der Bedarf groß, sagt Ludwig Graf. Zudem verschafft die Tourismusfachschule ihren Absolventen einen erheblichen Zeitvorteil, da sie gleichzeitig einen schulischen und einen beruflichen Abschluss erwerben. Bayern profitiere, da die Leute nicht nach Italien oder Österreich abwandern, wo die diese Art der Ausbildung bereits angeboten wird. Auch Siegfried Gallus, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG), begrüßt die Entscheidung für den Tourismusstandort Bayern.

Bad Wörishofen – Außenstelle der Berufsschule Mindelheim – versteht sich als „Kompetenzzentrum Gastronomie“ für die duale Berufsausbildung. Vom Koch bis zur Systemgastronomie-Fachkraft wird hier der Nachwuchs geschult. Ludwig Graf sieht das neue Angebot als „Aufwertung für die Schule“. Und: „Das ist nicht der erste Beruf, der unter Studiendirektor Dieter Gerhardinger neu aufgebaut wird.“ Dieser leitet die Außenstelle Bad Wörishofen seit 15 Jahren und arbeitete zuvor 13 Jahre als Koch und F&B-Manager. Seine Arbeitsbelastung steigt, doch er sagt: „Wer aus der Gastronomie kommt, ist belastbar fürs Leben.“

Im April 2009 hatte sich die Schule für den innovativen Ausbildungszweig beworben und erhielt tatkräftige Unterstützung durch die Industrie- und Handelskammer (IHK), den BHG und die Stadt Bad Wörishofen. Auch Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Finanzministerium, Landtagsabgeordneter und Kreisrat im Unterallgäu, unterstützte die Bewerbung.

Da das Zentrum, in dem sich auch eine Wirtschaftsschule, Hotelfachschule und Fachoberschule befinden, im Vorjahr um eine Etage aufgestockt wurde, sind genug Räume für den neuen Zweig vorhanden. „Der Staat hat sich mit der Entscheidung für Bad Wörishofen Kosten gespart“, so Gerhardinger. Minimale Aufwendungen für Ausstattung fielen an, und die Schüler kommen mit der Anschaffung von Koch- oder Servierdress vergleichsweise günstig weg. Die 43 Wochenstunden mehr könnten mit dem vorhandenen Lehrpersonal abgedeckt werden, so Gerhardinger. „Für Sprachen werden wir aber neue Lehrkräfte anstellen“, sagt Graf. Ulrike Reschke

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